31.05.2021

Die Bedeutung der Wohnungswirtschaft ist in der Pandemie unterschätzt worden

DOGEWO21_Poschmann_Graniki_im Gespräch.jpg
Wie bewältigt ein Wohnungsunternehmen in Corona-Zeiten die für 40.000 Mieter*innen wichtigen Aufgaben? Machen sich die bewilligten Hilfen für Menschen in prekären Situationen bemerkbar? Hat das Kurzarbeitergeld zur Stabilisierung von Lebenssituationen beigetragen?
 
Um mehr über die derzeitige Situation der Wohnungswirtschaft in Dortmund zu erfahren, hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann mit Klaus Graniki, dem Geschäftsführer des kommunalen Woh-nungsunternehmens DOGEWO21, zum Austausch getroffen. Die Politikerin, neben Wirtschaftsthemen befasst sie sich auch mit Stadtentwicklung und Wohnen, sitzt außerdem im fraktionsübergreifenden „Unterausschuss Pandemie“ des deutschen Bundestages. Und dessen Aufgabe ist es unter anderem, die Folgen der Corona-Pandemie aufzuarbeiten. 
 
„Die Bedeutung der Wohnungswirtschaft ist in der Pandemie nicht ausreichend berücksichtigt worden. Wir gelten nicht als kritische Infrastruktur, obwohl gerade in diesen Zeiten wichtige und grundlegende Aufgaben von uns erfüllt werden“, erklärt Klaus Graniki. Ein sicheres und funktionierendes Zuhause hat speziell in der Corona-Zeit für viele Mieter*innen eine enorme Bedeutung. „Und alles muss ja weiterhin funktionieren – unsere Mitarbeiter*innen sorgen dafür, dass Reparaturen ausgeführt, im Winter Dachlawinen oder Eisflächen beseitigt werden, oder dass die Mieter*innen notwendige Bescheinigungen für die Ämter erhalten“, so Graniki. Auch das Tagesgeschäft - Wohnungsabnahmen, notwendig gewordene Modernisierungen, speziell nach längerer Mietdauer, und auch die Wiedervermietung, sind unter entsprechenden Schutzmaßnahmen, fortgeführt worden. 
 
Sabine Poschmann hakt nach, wie es um Mietausfälle bestellt sei. Haben die Hilfen für Unternehmen und die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes gegriffen? „Durchaus. Wir stellen fest, dass seit Beginn der Pandemie nur rund 0,15 % unserer Mieter*innen coronabedingt von Zahlungsschwierigkeiten betroffen sind. Und mit denen haben wir Vereinbarungen getroffen“, erläutert Klaus Graniki. „Uns liegt der Erhalt der Quartiere am Herzen, deshalb haben wir mit unseren Pächter*innen intensive Gespräche geführt, Zahlungen gestundet, bis die Hilfen ausbezahlt wurden.“
 
Auch Baumaßnahmen müssen fortgeführt werden. Das ist in Corona-Zeiten nicht immer einfach: Hier müssen Mieter*innen genauso geschützt werden wie die Mitarbeiter*innen des eigenen Unternehmens und der Handwerksbetriebe. Das führt dann durchaus einmal zu zeitlichen Verzögerungen  bei der Durchführung von Projekten. Hinzu kommt die Schwierigkeit, aktuell am Markt Baumaterial zu erhalten. „Davon hängt wiederum ab, dass die Aufträge mit dem lokalen Handwerk umgesetzt werden können“, weiß Sabine Poschmann, in der SPD-Bundestagsfraktion auch zuständig für Mittelstand und Handwerk. „Für den Unterausschuss Pandemie werde ich einige Anregungen aus dem Gespräch nach Berlin mitnehmen. Das ist wichtig, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein“, so die Bundestagsabgeordnete. 
 
Bild: DOGEWO21
Bildunterschrift: Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann hat sich mit DOGEWO21-Geschäftsführer Klaus Graniki zum Gespräch getroffen.