03.11.2014

Von der Problemimmobilie zur Jugendwohngruppe - Offizielle Eröffnung der Jugendwohngruppe Eving am 03.11.2014

_DSCb8214_mini.jpg

Dortmund. 03.11.2014

Presseinfo der AWO Unterbezirk Dortmund:

Von der Problemimmobilie zur Jugendwohngruppe
Offizielle Eröffnung der Jugendwohngruppe Eving am 03.11.2014

 

Etwas über ein Jahr ist es jetzt her, dass sich die AWO Dortmund die ehemalige Problemimmobilie auf der Evinger Straße angeschaut hat, um eine mögliche Nutzung zu prüfen. Sehr schnell wurde klar, dass nach einer umfangreichen Renovierung das Haus als Jugendwohngruppe genutzt werden kann.

Das Raumkonzept und die Idee wurden von der DOGEWO 21 mit Begeisterung umgesetzt. Durch die großzügige Raumaufteilung auf über 540qm können hier wesentliche Ideen eines innovativen Konzeptes umgesetzt werden. Die Renovierung wurde erfolgreich durch die DOGEWO abgeschlossen und  das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Elf Jugendliche, teils mit intensivem Betreuungsbedarf,  finden hier eine neue  Heimat.

Insgesamt verfügt das Haus über 10 Einzelzimmer und 2 Einzelzimmer im Anbau. 9  Jugendliche mit intensivpädagogischen  Betreuungsbedarf und 2 Jugendliche mit niedrigem Betreuungsbedarf können betreut werden. Im Anbau befindet sich eine kleine Wohnung mit 2 Einzelzimmern, einer Küche, Bad mit Waschmaschine und einem Wohnzimmer für Jugendliche, die ihre eigene Lebensführung erproben und lernen möchten. (Verselbstständigung).

Mehrere Gemeinschaftsräume schaffen für die Jugendlichen die Möglichkeit, sich in kleineren Gruppen aufzuhalten. Somit wird die große Gruppe weitgehend entzerrt und  schafft zusätzliche Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten für die Jugendlichen
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, pädagogisch in Kleingruppen zu arbeiten und individuell auf die Bedürfnisse einzelner einzugehen. Ein absolutes Highlight, ist der im Erdgeschoss des Anbaus großzügig gestaltete Intensivpädagogische- und Therapiebereich. So konnte, neben einem großen Küchen-Esszimmer und Wohnbereich im Erdgeschoss, einem angrenzenden Büro und der Waschküche zusätzliche Gemeinschaftsräume auf allen Etagen einrichtet werden.  In der ersten Etage befindet sich ein Schulraum; in der 2. und 3. Etage zusätzlich ein kleines gemütliches Wohnzimmer.

In der Einrichtung werden Jugendliche betreut, die:

1. Aufgrund teils massiver eigener und familiärer Belastungen vorübergehend oder dauerhaft außerhalb ihrer Familie leben müssen.
2. nach erfolgreicher stationärer Betreuung wieder in ihre Familie zurückkehren können.
3. einen erhöhten Betreuungsbedarf haben (Intensivpädagogische Betreuung) etwa aufgrund von psychischen Störungen wie Depressionen, Traumatisierungen usw.
4. auf die eigene Wohnung vorbereitet werden sollen (Verselbstständigung)
5. grundsätzlich bereit sind, sich auf das Leben in der Wohngruppe einzulassen, und ihren Fähigkeiten gemäß an sich und ihren Zielen zu arbeiten.

Das pädagogische  Konzept,  das auf einer „systemisch-lösungsorientierten“ Grundhaltung basiert, weist die folgenden wesentlichen Merkmale  auf:

1. Respektvoller Umgang
2. Ressourcenorientierung
3. Wertschätzung
4. Straffreie Pädagogik (mit Strafen orientiere ich mich an den Defiziten)
5. Probleme als Lösungen zu akzeptieren.
6. Pädagogische Präsenz

Das pädagogische Konzept der systemisch-lösungsorientierten Pädagogik wird in der Jugendwohngruppe Hörde seit einigen Jahren kontinuierlich gelebt und weiterentwickelt. Dort wurde die Erfahrung gemacht, dass gerade auch der straffreie Rahmen den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, alte auffällige Verhaltensmuster abzulegen und sich mit ihren eigentlichen Problemen zu beschäftigen. Für die Mitarbeiter bedeutet das eine wesentlich höhere Anforderung, sich mit den einzelnen Jugendlichen auseinanderzusetzen, ein eigenes Profil zu entwickeln, Konflikte einzugehen und zu bewältigen und die Jugendlichen viel intensiver und fürsorglicher zu betreuen.

Die Strukturen sind sehr klar und überschaubar. Die Regeln sind ausreichend und regeln ein alltägliches Zusammenleben. Die Aufgaben der Jugendlichen in der Gruppe mitzuarbeiten sind begrenzt. In erster Linie sollen sie für sich selber und ihre eigenen Belange sorgen. Angefangen von der Pflege des eigenen Körpers (z.B. Hygiene, Ernährung, Sport), des Zimmers (Chaosverwaltung), der Schule (was will ich? Was kann ich?) und ärztlichen Versorgung (z.B. regelmäßige Zahnarztbesuche).

Zu diesem neuen Konzept der systemischen Pädagogik in Jugendwohngruppen gibt es bisher keine relevanten Veröffentlichungen. Es ist entstanden aus den Erkenntnissen der systemischen Familientherapie und wurde in der Jugendwohngruppe Hörde erstmals erfolgreich umgesetzt.

Kontakt:

Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Dortmund                                                       
Verbandsarbeit / Öffentlichkeitsarbeit
Anja Butschkau
Klosterstraße 8-10; 44135 Dortmund
Telefon: 0231/ 99 34 –310
Mobil: 0151/ 12 11 72 71
Fax      : 0231/ 99 34 – 230
eMail   :  a.butschkau@awo-dortmund.de