Geschäftsbericht 2018

Lagebericht DOGEWO21-Geschäftsbericht 2018 26 | Bevölkerungsentwicklung in Dortmund Die Dortmunder Einwohnerzahl ist seit über 10 Jahren kontinuierlich angestiegen und liegt aktuell bei etwa 603.000 Einwohnern. Erkennbar ist, dass die Bevölkerungsentwicklung in Dortmund die bisherige Dynamik der vergangenen Jahre verloren hat. Die Einwohnerzahl stagniert derzeit eher auf diesem Niveau. Ein weiterer spürbarer Anstieg der Einwohnerzahl ist nicht zu erwarten. Eine Vielzahl von älteren Prognosen haben sich mit der weiteren Entwicklung der Dortmunder Einwohnerzahl befasst: der „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann Stiftung aus 2006, die Publikation „Wer, wo, wie viele? – Bevölkerung in Deutschland 2025“, ebenfalls von der Bertelsmann Stiftung, aus 2009 oder die „Vorausbe- rechnung der Bevölkerungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen“ der IT.NRW aus 2009, die 2015 angepasst wurde. Da diese Prognosen ohnehin uneinheitlich in ihren Aussagen waren, sind sie spätestens mit dem dynamischen Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre in Dortmund nicht mehr für eine zutreffende Prognose geeignet. Die Studie der Deutsche Postbank AG „Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt“ aus 2016 hingegen berück- sichtigt ausdrücklich den Zuzug von Flüchtlingen nach Dortmund. Die Studie sagt einen moderaten Bevöl­ kerungsrückgang bis 2030 trotz Flüchtlingszustrom von ca. 2,5% voraus. Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern Wurden der Stadt Dortmund im Jahr 2016 noch 2.074 Personen nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz zu- gewiesen, waren es im Jahr 2017 nur noch 428 Personen. Der starke Rückgang der Flüchtlingszuweisung resultierte daraus, dass der Stadt Dortmund zwischen Juli 2016 und Oktober 2017 von der Bezirksregierung nahezu keine Flüchtlinge mehr zugewiesen worden sind. Seit November 2017 befindet sich Dortmund jedoch wieder in der Aufnahmeverpflichtung, sodass von der Bezirksregierung erneut Flüchtlinge – in einer Größenordnung von rd. 30 pro Woche – nach Dortmund zugewiesen werden. Für die Zukunft ist daher davon auszugehen, dass insbesondere durch Flüchtlinge weiterhin preiswerter Wohnraum für Einzelpersonen und für größere Familienhaushalte nachgefragt werden wird. Es erscheint jedoch aus heutiger Sicht nahezu unmöglich, eine mittelfristige Prognose zur Anzahl der mit Wohnraum zu versorgenden Flüchtlinge abzugeben, die nachhaltig belastbar ist. Aufgrund verschiedenster Sachverhalte (Kriege, Klimawandel, Armut etc.) kann es zu jeder Zeit ad hoc zu einer veränderten Nach­ fragesituation durch Migration kommen.

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