DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

106 Obwohl schon 1956 der Wohnungsbestand der Vor- kriegszeit überschritten wurde und weiterhin deut- lich anstieg, blieb die Lage auf demWohnungsmarkt der Stadt auch Anfang der 1960er-Jahre vor allem aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums angespannt. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von 507.000 im Jahr 1950 in eineinhalb Jahrzehnten um 150.000 an und erreichte 1965 mit 657.000 Einwoh- nern ihr Allzeithoch. 1961 wurden in Dortmund im- mer noch 3.479 bewohnte Notwohnungen gezählt, Wohnbaracken oder behelfsmäßige Kellerwohnun- gen ohne Versorgungsanschlüsse. Zahlreiche Woh- nungen galten als überbelegt. Städtische Ämter be- treuten 1960/61 rund 2.200 Obdachlosenfamilien mit insgesamt etwa 10.000 betroffenen Personen. Das Wohnungsamt verzeichnete in diesen Jahren rund 25.000 Wohnungssuchende. Die Möglichkeit, den fehlenden Wohnraum durch den Wiederaufbau zerstörter Wohngebäude zu schaffen, war weitestgehend ausgeschöpft. Deshalb musste verstärkt Neubau betrieben werden. Da im Innen- stadtbereich Baugrundstücke an aufgeschlosse- nen Straßen rar und teuer wurden, kam der Stadt nun der Flächengewinn durch die Eingemeindungen der 1920er-Jahre zugute. Das weiträumige Stadt- gebiet bot ausreichend Möglichkeiten zum Erwerb der benötigten Baugrundstücke. Um dabei den Er- schließungsaufwand in tragbaren Grenzen zu halten, wurde zumeist in der Nähe von vorhandenen Vorort- zentren gebaut. Die DGW verfolgte auch in den 1960er- und 1970er- Jahren weiterhin Projekte, im Zuge derer Siedlungen und Wohnblocks um Häuser und Wohnungen erwei- tert oder an neuen Standorten errichtet wurden.Ins Zentrum der Tätigkeit rückten aber Neubauprojekte, die im Blick auf die Zahl der geplanten Wohnungen und die Architektur etwas Neuartiges darstellten und auch das Bild der Stadt stark veränderten. Die Hinwendung zum Bau von kompakten Wohnquar- tieren in Gestalt hochgeschossiger, auf der grünen Wiese errichteter Häuser resultierte dabei nicht nur aus der Notwendigkeit, möglichst viele Wohnungen in möglichst kurzer Zeit zu bauen. Sie war auch Aus- druck einer ungeheuren Wirtschaftsdynamik, die zu überaus gut gefüllten Kassen der öffentlichen

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