DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

112 Scharnhorst-Ost Ein außergewöhnliches Beispiel einer Großwohn- siedlung auf der grünen Wiese stellt die „Trabanten- stadt“ Neu-Scharnhorst bzw. Scharnhorst-Ost dar, die größte geschlossene Baumaßnahme, die je in Dortmund durchgeführt wurde. Eine Trägergemein- schaft von sieben Wohnungsunternehmen, darunter die DGW, errichtete unter Federführung der Neuen Heimat von Mitte der 1960er- bis Anfang der 1970er-Jahre über 5.000 Wohnungen. Nördlich des alten Ortskerns waren in den Jahren 1951–54 bereits rund 1.300 Wohnungen, vorwiegend für Bergarbeiter und Stahlarbeiter, errichtet worden. Der Bau der Schnellbahn zur Anbindung des Orts- teils an die Innenstadt erforderte, um wirtschaftlich zu sein, eine weitere Steigerung der Einwohnerzahl. Deshalb wurden im Flächennutzungsplan östlich der vorhandenen Bebauung weitere Bauflächen ausgewiesen. ImMai 1965 erfolgte der erste Spaten- stich für die Großsiedlung. Die DGW baute in den späten 1960er-Jahren am Schumpeter-, Sombart- und Vierkandtweg achtgeschossige Punkthäuser und viergeschossige Gebäude mit insgesamt 328 Woh- nungen. In den 1960er-Jahren wuchs der Wohnungsbestand der DGW von 11.342 (Ende 1959) auf 15.900 (Ende 1969). Die Spitze in der Neubautätigkeit brachte das Jahr 1963 mit 695 fertiggestellten Wohnungen. Mit dem Richtfest am achtgeschossigen Neubau an der Stipskuhle in Wambel feierte die Gesellschaft 1968, zu ihrem 50-jährigen Jubiläum, die baldige Fertig- stellung der 16.000sten Wohnung. Ende der 1960er-Jahre ging die Neubautätigkeit deutlich zurück. Der Grund dafür war ein durchaus erfreulicher: Erstmals seit dem Aufstieg Dortmunds zur industriell geprägten Großstadt im letzten Vier- tel des 19. Jahrhunderts galt der Wohnungsmarkt Scharnhorst-Ost: Blick vom Punkthaus auf die Baustelle, 1968 Scharnhorst-Ost: Aufriss Punkthaus

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