DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

140 Aufgeschlossen für neue Wege Die Geschäftsberichte der DGW der frühen 1980er- Jahre spiegeln nicht nur die schwierige Situation auf demWohnungsmarkt, sondern auch gesamtgesell- schaftliche Entwicklungen. Im Bericht für das Jahr 1980 forderte die Geschäftsführung konsequente „Aufgeschlossenheit für neue Wege“ und besondere Förderungsmaßnahmen zur Errichtung geeigneter Wohnungen für ältere Bürger und junge Familien, für kinderreiche Familien und ausländische Bürger. Dem Wunsch einer Vielzahl von Mietern folgend, habe die Gesellschaft zur Förderung des Eigentumsgedankens Ein- und Zweifamilienhäuser mit insgesamt 96 Woh- nungen in Eigentum übertragen. Die Bauleistung sei nicht nur nach den Ergebnissen des Neubaus, sondern auch nach den Leistungen bei der Modernisierung älterer Wohnungen zu beurteilen. In 8.406 Wohnun- gen habe die Gesellschaft 1980 Maßnahmen durch- geführt, die den „heutigen Ansprüchen an Raum- aufteilung, Ausstattung, Schall- und Wärmeschutz dauerhaft gerecht“ werden. Zudem ermöglichten neue Förderprogramme die Neugestaltung ganzer älterer Quartiere mit Maßnahmen der Blockentkernung, Wohnumfeldgestaltung und Verkehrsberuhigung. In die Instandhaltung und Modernisierung des Bestands wurden 1980 36 Millionen DM investiert, davon über 5 Millionen DM allein für den Einbau isolierverglaster Kunststofffenster. Das Problem von Leerständen, die das Ergebnis im Kernbereich der Hausbewirtschaftung belasteten, soll- te die Gesellschaft für fast zwei Jahrzehnte begleiten. Der Dortmunder Wohnungsmarkt hatte sich erstmals seit gut einem Jahrhundert von einem Vermietermarkt in einen Mietermarkt gewandelt. Das Überangebot an Wohnungen sorgte für große Auswahlmöglichkeiten auf Seiten der Mieter. Bei der DGW kam hinzu, dass sie eine große Anzahl öffentlich geförderte Wohnungen besaß, bei denen der programmgemäße Auslauf staatlicher Subventionen zu Mietpreissprüngen führte, als deren Folge die Sozialmieten in zahlreichen Fällen nun eben- so hoch oder sogar höher waren als jene vergleichbarer Wohnungen des freien Marktes. Als Ursache wurde vor allem die „Fehlbelegerabgabe“ ausgemacht, die ent- scheidend zum Exodus aus Sozialwohnungen beitrug. Mitte der 1980er-Jahre reagierte die DGW auch mit Mietsenkungen für von Leerständen betroffene oder bedrohte Wohnanlagen, um den weiteren Fortzug von Mietern in Grenzen zu halten, was aber kurzfristig zu beachtlichen Ertragsausfällen im Kerngeschäft führte. Aplerbeck: Neubau Gevelsbergstraße 147–149, 1981

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