DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

143 ändern würde. Zwar hatte sich die Nachfrage, vor- nehmlich durch den Zuzug von Aussiedlern aus Polen und der Sowjetunion, schon ab 1987 belebt, doch erst durch die politischen Ereignisse von 1989 und ihre Folgen kam es auch auf demWohnungsmarkt zu einer Wende, die für wenige Jahre wieder zu Engpässen in der Versorgung mit Wohnungen führte. Entgegen allen Prognosen aus den frühen 1980er-Jahren stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 1987 bis 1994 um knapp 20.000 auf 601.000. Ursache war der Fall der Mauer, der zur innerdeutschen Binnenwanderung von Ost nach West wie auch zum verstärkten Zuzug von Aus- siedlern und Arbeitssuchenden aus Osteuropa führte. Parallel zu den großen politischen Ereignissen der Jahre 1989/90, die schließlich zur Wiedervereinigung Deutschlands führten, kam es zu einer in der Öffent- lichkeit recht wenig diskutierten Steuerreform, die auch die DOGEWO unmittelbar betraf. Zum 1. Januar 1990 wurde das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) und damit die Steuerfreiheit für gemeinnützige Gesellschaften aufgehoben. An der gemeinnützigen Ausrichtung und dem sozial verantwortlichen Handeln der Gesellschaft änderte das aber nichts, schließlich hatte sie auch vor Inkrafttreten des WGG im Jahr 1940 das Prinzip der Gemeinnützigkeit auf ihre Fahnen geschrieben und in ihremWirken zum Ausdruck ge- bracht. Dass Gemeinnützigkeit nicht auf gesetzliche Regelungen angewiesen ist, hat die Gesellschaft in ih- rer 100-jährigen Geschichte stets eindrucksvoll belegt. Als Folge der stark angewachsenen Nachfrage auf demWohnungsmarkt wurde die DOGEWO 1990 auch im Bereich Neubau wieder tätig: „Die veränderte Marktlage hat bewirkt, dass Neubautätigkeit sowie Bauplanung und Bauvorbereitung wieder besondere Schwerpunkte der Unternehmenstätigkeit darstellen. Erstmals seit 6 Jahren befanden sich 96 Wohnungen während des Geschäftsjahres im Bau, weitere 75 Wohnungen in der Bauvorbereitung und ca. 170 Woh- nungen an verschiedenen Standorten Dortmunds in der Bauplanung.“ 3 Mit Landesmitteln wurde 1990 mit dem Bau von 30 Wohnungen in der Arthur-Berin- ger-Straße in Huckarde begonnen. Ein kommunales Wohnungsbauprogramm der Stadt ermöglichte es zudem, 18 Wohnungen am Huckarder Bruch und 48 Wohnungen in Bövinghausen, Brache 11–21, in Angriff zu nehmen. Nordstadt: Bleichmärsch, 1993 Bövinghausen: Brache, 1993

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