DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

144 „Angebotsüberhänge“ Das Auf und Ab in kurzen Wellen setzte sich fort. Ab 1994 sank die Ein- wohnerzahl wieder, und zwar in den folgenden zwei Jahrzehnten um 30.000 Bürgerinnen und Bürger auf 571.000 im Jahr 2011. Schon 1995 gab es erste Warnsignale für Vermietungsschwierigkeiten und steigen- de Leerstände. 1996 konnten fast 20% der von der Gesellschaft neu gebauten Mietwohnungen auch vier Monate nach Fertigstellung noch nicht vermietet werden; die Zahl der länger als einen Monat leer ste- henden Wohnungen stieg innerhalb eines Jahres von 24 auf 101 zum Jahreswechsel 1995/96. Der Trend setzte sich fort. Deutliche „Ange- botsüberhänge“ führten zu steigendem Leerstand vor allem im oberen Preissegment und in der Folge zu negativen Jahresabschlüssen in der Hausbewirtschaftung, die nur durch positive Ergebnisse in außeror- dentlichen Geschäftsbereichen ausgeglichen werden konnten. 1998 belief sich das negative Ergebnis im Kerngeschäft auf 3,6 Millionen DM. Zugleich erreichte der Bestand an Wohnungen mit 17.464 Einheiten in diesem Jahr den Höchstwert in der 100-jährigen Geschichte der Gesell- schaft. Der Anteil der Neubauwohnungen am Gesamtbestand belief sich dabei mittlerweile auf fast 70%. Doch Ende des Jahrhunderts standen schließlich 644 Wohnungen länger als drei Monate frei, die Erlösschmä- lerung belief sich auf rund 11 Millionen DM. Der Wohnungsbestand der DOGEWO verringerte sich 1999 trotz Neubautätigkeit von 17.464 auf 17.395 Wohnungen, da 182 Mietwohnungen mit dem Ziel der Optimie- rung des Wohnungsbestandes verkauft wurden. Neue Wohnungen errichtete die Gesellschaft in den 1990er-Jahren neben den bereits genannten u. a. An der Stipskuhle in Wambel, an der Leopoldstraße, Ecke Mallinckrodtstraße, im Schumpeterweg in Scharn- horst in unmittelbarer Nähe zur Großwohnsiedlung, in der Bleichmärsch und in der Kirchderner Straße in der Nordstadt, am Süggelweg und an der Bergstraße in Eving, in der Wickeder Straße und Emkraft in Wickede, an der Silberhecke in Wellinghofen. Großmodernisierungsmaßnahmen wurden in den 1980er-Jahren in der östlichen Innenstadt im Komplex Im Grubenfeld/Düsseldorfer Straße und in der Siedlung Zur Sonnenseite in Eving durchgeführt, in den 1990er-Jahren in der Nordstadt an der Gneisenau-, Mallinckrodt- und Scharnhorststraße sowie in der Franz- Liszt- und Haydnstraße. Um die Gesellschaft in ein größeres, finanzstarkes Unternehmen zu integrieren, veräußerte die Stadt die DOGEWO 1997 an die Dortmunder Stadtwerke AG, die seither 90% der Anteile hält; alleiniger zweiter Ge- sellschafter blieb und ist die Stadtsparkasse mit unverändert 10% der Anteile. Die Geschäftsführung wurde zum 1. Oktober 1998 um Helmut Engelhardt erweitert, zum 1. April 1999 zusätzlich um Bernd Reiff. Rolf Bremicker schied zum 31. Dezember 1999 aus dem Amt, Helmut Engel- hardt zum September 2000. Scharnhorst: Henningsweg, nahe der Großsiedlung, 1993 Innenstadt, Heinrich-Wenke-Straße: OB Günter Samtlebe auf dem Richtfest, Oktober 1987

RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=