DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

146 Trägerschaft für erste Mustersanierungsvorhaben im Bereich der nördlichen Innenstadt. Der Gesell- schaftsvertrag wurde 1965 daher um den Passus ergänzt: „Die Gesellschaft kann auch städtebauliche Sanierungen vorbereiten, durchführen oder deren Eigentümer bei derartigen Maßnahmen betreuen.“ Bereits drei Jahre später lag der Tätigkeitsschwer- punkt auf Stadtsanierungs- und Bodenordnungs- maßnahmen für die Stadt Dortmund. Die GTD war in den folgenden Jahrzehnten in den Sanierungsgebieten „Dortmund Nord II“, „Dort- mund Nord III-Ost“, „Standortzentrum Dorstfeld“, „Dorstfeld-Süd“, „Alt-Schüren-West“ sowie in den Untersuchungsgebieten „westliche Innenstadt“, „Ortskern Hörde“ und im Umland der Universität tätig. Die Gesellschaft erwarb treuhänderisch für die Stadt Grundstücke, führte Kaufverhandlungen mit Beteiligten, ermittelte Ausgleichs- und Entschädi- gungszahlungen, vermittelte Ersatzgrundstücke und Ersatzobjekte und richtete Beratungs- und Informa- tionsstellen vor Ort ein. Zudem wurde bis 1981 für Bauherren und Eigentümer insgesamt der Bau von 1.700 Wohnungen betreut. Der Entfall des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes im Jahr 1990 erforderte eine Neufassung des Gesell- schaftsvertrages. Um die Assoziation zur Mutter- gesellschaft DOGEWO deutlicher herauszustellen, wurde der Firmenname 1991 in „DOGEPLAN – Dort- munder Gesellschaft für Planung und Stadtentwick- lung“ geändert und ein Gewinnabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft geschlossen. Wie die GTD verfügte auch die DOGEPLAN nicht über eigene Mit- arbeiter, sondern bediente sich in jeweils erforder- lichem Umfang der Mitarbeiter der DOGEWO. Die Tätigkeit des Unternehmens blieb zunächst weiterhin imWesentlichen durch Aufgaben in städtischen Sa- nierungsgebieten bestimmt – wie Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre in der durch Altlasten kon- taminierten Neubausiedlung Dorstfeld-Süd. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dorstfeld realisierte die DOGEPLAN ein Medienzentrum, das 1993 fertig- gestellt wurde. Ab Mitte der 1990er-Jahre verlagerte sich der Tätig- keitsschwerpunkt der DOGEPLAN erneut auf Pla- nung und Durchführung von Bauvorhaben, die die Eigentumsbildung in Dortmund förderten. Sie errich- tete Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, die nach Fertigstellung an die Eigentümer übergeben wurden. Sie baute Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten und Kindertagesstätten und stellte für verschiedene Wohnungsbauinvestoren die Er- schließungsanlagen her. Zudem übernahm sie die Hausbewirtschaftung für Dritte, verwaltete Gemein- schaftsflächen sowie Wohnungen und gemeinsame Einrichtungen von Eigentümergemeinschaften. Über das gesamte Stadtgebiet verteilt, leben heute Bür- gerinnen und Bürger der Stadt in Eigentumswohnun- gen und Einfamilienhäusern, die von der DOGEPLAN geplant und gebaut wurden. Zudem hat die Gesell- schaft durch ihre Tätigkeit in Sanierungsgebieten im gesamtstädtischen Interesse zur allgemeinen Ver- besserung der Wohn- und Lebensverhältnisse bei- getragen. Zum 1. Januar 2011 wurden die Geschäftsanteile der DOGEPLAN an die Stadt Dortmund veräußert und der Gewinnabführungsvertrag gekündigt. Löttringhausen: Kindergarten Langeloh, 1995, ein Projekt von DOGEWO und DOGEPLAN

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