DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

150 Der Dortmunder Wohnungsmarkt galt zu Beginn der 2000er-Jahre als entspannt. Die Zahl der Mietwoh- nungen hatte sich seit Jahren stetig erhöht, auch die Wohneigentumsquote wuchs, die Einwohnerzahl hingegen war im Trend rückläufig. In der durch den Strukturwandel geprägten Stadt waren im Blick auf den Wohnungsmarkt zwei Tendenzen auszumachen: Als Nachwirkung des Industriestandortes und seiner Sozialstruktur blieb die Nachfrage im unteren Preis- segment hoch, mit der Entwicklung zu einem Stand- ort der Informations-, Kommunikations- und Medien- wirtschaft stieg allerdings auch die Nachfrage nach hochwertigemWohnraum. Mit Bernd Reiff und Klaus Graniki (seit Septem- ber 2000) an der Spitze der Gesellschaft startete DOGEWO in das 21. Jahrhundert. Die Geschäfts- führung brachte in den folgenden zwei Jahren eine „Neuaufstellung des Unternehmens“ zur dringend erforderlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Ergebnisse auf den Weg. Vier Säulen sollten die in den Geschäftsberichten von 2002 bis 2004 definierte und erläuterte unternehmensstrategische Neuorien- tierung tragen: 1. Bestandsverkäufe zur baldigen Erzielung eines ausgeglichenen bzw. positiven Ergebnisses im Kerngeschäft der Hausbewirtschaftung, 2. konsequente Reinvestition der Erträge aus den Verkäufen zur Optimierung des Bestands, 3. Umbau der Gesellschaft in ein modernes Dienst- leistungsunternehmen mit optimalem Kunden- service, 4. innovatives Marketing zur Imageaufbesserung. 1 Der Verkauf von Wohnungen aus dem Bestand hatte bereits 1999 begonnen und betraf bis Ende 2004 ins- gesamt rund 1.500 Wohnungen. Verkauft wurde vor allem dort, wo sich der Standort negativ entwickelt hatte und der Grundriss der Wohnungen nicht mehr marktgerecht war. Die Gesellschaft legte hinsichtlich der Kaufverträge mit den neuen Eigentümern beson- deren Nachdruck auf den umfassenden Schutz be- stehender Mietverträge, um negative Auswirkungen für die einstigen DOGEWO-Mieter weitestgehend zu vermeiden. Die Bestandsverkäufe fanden 2004 in der Veräußerung des größten Sorgenkindes, des „Hanni- bal“ in Dorstfeld, ihren Höhepunkt und auch ihr Ende. Modernisierter Bestand am Vogelpothsweg vor dem 2004 veräußerten Hannibal, 2015

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