DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

158 Problemimmobilien in der Nordstadt Zu Beginn der 2010er-Jahre machten in der Presse immer häufiger Berichte und Fotos von „Ekelhäu- sern“ und „Schrottimmobilien“ in der Nordstadt die Runde. Es ging um Häuser, die infolge der Untätig- keit und Verantwortungslosigkeit der Eigentümer immer mehr verfielen, aber dennoch Profit einbrach- ten, da sie am Ende der Verfallskette schließlich als Behausung und Matratzenlager für Arbeits- und Armutsmigranten vornehmlich aus Südosteuropa und für Wohnungslose dienten. Müll, Unrat und Schädlingsbefall waren die Folge. Von diesen zum Teil baufälligen Häusern gingen nicht nur Gefahren für die Bewohner aus, auch das Umfeld litt darunter. Nachbarhäuser und ganze Straßenabschnitte hat- ten die Folgen zu tragen, und auf das trotz großen Engagements seitens der Stadt weiterhin labile Image der Nordstadt fiel neuer Schatten. Als kommunales Wohnungsunternehmen mit sozialer Verantwortung erwarb DOGEWO21 seit 2013 insge- samt 18 Problemimmobilien vorwiegend in der Nord- stadt, um die Abwärtsspirale zu stoppen. In einem Gemeinschaftsprojekt unter dem Dach der Stiftung Soziale Stadt wurde als Pilotprojekt die Sanierung des Hauses Brunnenstraße 51 angegangen. Zu den Akteuren gehörten das lokale Versorgungsunterneh- men DEW21, das kostenlos Baustrom und Wasser bereitstellte, die EDG, die Müll und Bauschutt ent- sorgte, die Sparkasse, die Geld in den gemeinsamen Topf gab, der sich hauptsächlich aus Wohnraum- fördermitteln des Landes NRW in Höhe von 572.200 Euro speiste. Mit der Durchführung der Instandset- zungsarbeiten wurde GrünBau beauftragt, eine ge- meinnützige Gesellschaft für soziale Beschäftigung und Qualifizierung. Bei den Arbeiten an und in dem Haus Brunnenstraße 51 kamen mit Unterstützung des Jobcenters Dortmund neben Fachbetrieben aus der Nordstadt auch Langzeitarbeitslose und arbeits- lose Jugendliche zum Einsatz, sodass neben dem Aspekt der Stadterneuerung auch dem besonders für die Nordstadt wichtigen Aspekt der Beschäfti- gungsförderung Rechnung getragen wurde. Das Gemeinschaftsprojekt Brunnenstraße 51 war überaus erfolgreich: Aus der einstigen Problem- immobile wurde ein schönes Wohnhaus, das in das Quartier ausstrahlte und dessen zehn Wohnungen schnell vermietet werden konnten. In der unmittel- baren Nachbarschaft nahmen – wie von allen Betei- ligten erhofft – private Eigentümer ebenfalls Arbei- ten an Häusern in Angriff. Das Konzept des Projekts fand auch überregional viel Lob und Anerkennung in der Fachöffentlichkeit und wurde 2014 mit dem ‚Preis Soziale Stadt‘ ausgezeichnet. Da DOGEWO21 in der Nordstadt knapp 2.000 Wohnungen anbietet, stärkt das Engagement bei der Sanierung von her- untergewirtschafteten Immobilien und damit die Arbeit am Image des Viertels natürlich auch die Position und Werterhaltung des eigenen Bestands. DOGEWO21 engagierte sich darüber hinaus auch für weitere soziale Angebote in der Nordstadt und stellte Räumlichkeiten für das Quartiersmanagement zur Verfügung. Brunnenstraße 51 nach der Sanierung, 2015

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