DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

162 Nachhaltigkeit als Prinzip Dass bei der Sanierung von Problemimmobilien neben den rein baulichen Leistungen auch Konzepte zur sozialen Stabilisierung fragiler Nachbarschaften und natürlich der Aspekt der Wirtschaftlichkeit zum Tragen kamen, weist auf die zentrale Bedeutung hin, die das Prinzip nachhaltigen Handelns seit einigen Jahren in der Unternehmensstrategie einnimmt. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ in seiner heute gemeinhin üblichen Verwendung ist von der Umweltbewegung der 1980er-Jahre in die Diskussion und den Sprach- gebrauch gebracht und nach der allgemeinen Akzep- tanz ihrer Ideen für andere Bereiche übernommen worden. Am Beginn stand also die Idee der ökologischen Nachhaltigkeit, des schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Der Einbau isolierverglaster Fenster und eine umfassende Wärmedämmung in Form des „Einpackens“ ganzer Häuser waren die ersten Maßnahmen, die das Unternehmen wie die gesamte Wohnungswirtschaft ab 1980 ergriff, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Sie waren jedoch – wie auch die Wärmeschutzverordnung von 1979, die solche Maßnahmen forderte und förderte – noch eher dem Schock der „Ölkrise“ der 1970er-Jahre geschuldet als dem Gedanken der Nachhaltigkeit. Im neuen Jahrhundert begann DOGEWO21 differen- zierter und kreativer mit dem Thema umzugehen. So erwies sich etwa der Einbau moderner Heizungs- anlagen zuweilen als sinnvoller als die übliche Wär- medämmung. Neben die klassischen Heizarten trat insbesondere bei Neubauvorhaben die Nutzung der Geothermie, also die Warmwasserversorgung aus der Erdwärme, wie sie zum Beispiel in der Senioren- wohnanlage „Sonnenhof Eving“ oder in einer Kinder- tagesstätte am Phoenix-See zum Einsatz kommt. Zudem wurde eine ganze Reihe von Gebäuden mit Sonnenkollektoren zur Gewinnung von Solarstrom ausgestattet. Am Rabensmorgen in Wambel investierte die Ge- sellschaft bereits 2011 rund 2 Millionen Euro in die Errichtung eines Pellet-Heizwerkes, das 158 Woh- nungen in 32 Häusern auf umweltfreundliche Art mit Energie versorgt und zur Freude der Mieter auch die Betriebskosten senkt. Im Zusammenspiel mit der traditionellen Wärmedämmung der Häuser wird durch die Verbrennung der Holzpresslinge nur noch etwa die Hälfte der vorher benötigten Energie ver- braucht. ZumWohl der Umwelt kommen seit 2013 auch spezielle Dachziegel zum Einsatz, die mit einem natürlich vorkommenden Metall überzogen sind und mithilfe des Sonnenlichts Schadstoffe wie das in Autoabgasen enthaltene Stickoxid in harmlose Stoffe umwandeln. In einem ökologischen Projekt beispielhafter Art kümmert sich DOGEWO21 bereits seit über einem Jahrzehnt um einen sinnvolleren Umgang mit dem Wasser, das nach Niederschlägen von den Dächern strömt. Umgesetzt wurde die Idee etwa in der Prae- bausiedlung in Mengede, wo das Regenwasser von Dach- und Wegeflächen nicht wie das Brauchwasser den Abwasserkanälen, sondern in offenen Rinnen der Emscher zugeführt wird. Ein wahrlich nachhaltiges Projekt, denn es spart nicht nur Abwassergebühren und stützt den natürlichen Wasserkreislauf, sondern lässt das Wasser in einem System kleiner Kanäle auch noch zum charakteristischen Gestaltungs- element des Wohnumfeldes werden. Pellet-Heizwerk: Am Rabensmorgen in Wambel, 2012

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