DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

168 in verschiedenen Größen entstehen, eine Tiefgarage den benötigten Parkraum bereitstellen. 8 Millionen Euro wird DOGEWO21 in das Projekt investieren und das Wohnungsangebot an dem beliebten See um öffentlich geförderte Wohnungen ergänzen. Seit 2011 verzichtet die Gesellschaft auf das Wort „Gemeinnützigkeit“ in ihrem Namen. Damit das weithin bekannte Label „DOGEWO“ auch als Kürzel weiterhin aufgeht, wurde aus der „Dortmunder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft“ die „Dort- munder Gesellschaft für Wohnen“. Ebenso wie die Aufhebung des Gemeinnützigkeitsgesetzes für Wohnungen von 1990 ändert der Verzicht auf den Begriff aber nichts an der gemeinnützigen Ausrich- tung der Gesellschaft mit dem Ziel einer sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung. Bilanz – ein Jahr- hundert DOGEWO21, 1918–2018 Das 100-jährige Wirken der Gesellschaft ist aller- orten im heutigen Stadtbild präsent und sie hat dieses Bild wesentlich mit geprägt. All die in diesem historischen Abriss versammelten Fotos von Häu- sern, Häuserzeilen, Wohnblocks und Siedlungen legen auf beredte Art Zeugnis davon ab, was DOGEWO21 in den vergangenen hundert Jahren geleistet hat. Dabei stehen die Gebäude selbst natür- lich auch stellvertretend für die Menschen, die ihr Leben oder doch Lebensabschnitte innerhalb ihrer Mauern verbracht haben und verbringen. Schon die ersten, 1918/19 von der Gesellschaft errichteten Wohnungen im Lutherblock und an der Burgholzstra- ße waren äußerst begehrt, da sie zu vergleichsweise geringen Mieten einen Standard boten, von dem die Arbeiterfamilien der Nordstadt in der Regel nur träu- men konnten. Aus den seinerzeit einigen Hundert Mietern der Gesellschaft sind heute über 40.000 ge- worden und aktuelle Umfragen zeigen auf, dass die Beliebtheit von DOGEWO21-Wohnungen unverändert ausgeprägt ist: 90% und mehr der Mieterinnen und Mieter geben an, dass sie mit ihrer Wohnsituation zufrieden oder sehr zufrieden sind. Greift man die schöne Metapher von der Wohnung als „dritter Haut“ des Menschen auf – nach der Haut des Körpers und der Kleidung –, so lässt sich konstatieren, dass sich die Mieter offensichtlich sehr wohl in der DOGEWO21- Haut fühlen. Eine überzeugendere Anerkennung für die Arbeit einer kommunalen Wohnungsgesellschaft lässt sich schwerlich finden. Nimmt man die Entwicklung von einer Siedlungs- gesellschaft mit wenigen Mitarbeitern aus dem städtischen Wohnungsamt zum heutigen modernen Dienstleistungsunternehmen mit rund 135 Mitar- beitern als Ganzes in den Blick, so lässt sich die 100-jährige Geschichte ungeachtet aller Konstanten in diverse Phasen und Perioden einteilen. Was den Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit betrifft, er- gibt sich eine Zweiteilung: In den ersten sechs Jahr- zehnten, von 1918 bis in die 1970er-Jahre, genoss der Neubau aufgrund des dramatischen Wohnungs- mangels absolute Priorität. Eine zeitlich begrenzte, aber ungemein anspruchsvolle Aufgabe in dieser Phase stellte der Wiederaufbau Tausender im Krieg zerstörter Wohnungen in den Jahren 1948–1952 dar. Diese enorme Wiederaufbauleistung ist zwar im Stadtbild heute kaummehr auszumachen, war aber seinerzeit überlebensnotwendig für die Stadt und ihre Bürger. Als dann Mitte der 1970er-Jahre erstmals seit Beginn der Industrialisierung der Woh- nungsmarkt in Dortmund ausgeglichen war, rückte die Pflege des Bestands in den Vordergrund. In ste- tig entwickelter und erweiterter Form steht die Be- standspflege, auch was das Volumen der Investitio- nen betrifft, bis heute imMittelpunkt der Tätigkeit. Eine Konstante und ein Charakteristikum der Tätig- keit über die gesamten 100 Jahre stellt das Über- nehmen sozialer Verantwortung für bestimmte Gruppen der Bevölkerung und damit für die gesamte Stadtgesellschaft wie für die Stadt selbst dar. In den Anfangsjahren waren es Kriegsgeschädigte, Tuber- kulosekranke und kinderreiche Arbeiterfamilien, die bei Neubauprojekten und Vermietung berücksichtigt wurden, später Arbeitslose, Vertriebene, Obdachlose, Aussiedler, Studenten und Migranten. Seit der Anteil der Senioren an der Bevölkerung stetig wächst, ist barrierefreies Wohnen ein mit großem Engagement

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