DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

25 zumWerkswohnungsbau für die Erschließungs- und Folgekosten nicht aufzukommen brauchte. Unter den Gesellschaftern fanden sich neben Industrie- firmen wie der Dortmunder Brückenbau Jucho, Oren- stein und Koppel, der Heinrich-August-Schulte-AG, den Danco-Wetzell Werken, den Dortmunder Draht- seilwerken oder August Klönne auch der Verband der Dortmunder Bierbrauer, der Spar- und Bauverein sowie das Bankhaus Stern. Evangelische und katho- lische Kirchengemeinden waren ebenso vertreten wie die jüdische Kultusgemeinde. Theodor Althoff, Besitzer des Kaufhauses Althoff amWestenhellweg, ließ sich nicht lange bitten, auch Friedrich Wilhelm Ruhfus, Verleger des General-Anzeigers, und die Buchhandlung Krüger hatten in die Tasche gegriffen. Am Anfang stand der „Lutherblock“ Strobel stellte den Gesellschaftern auf der Versammlung anhand von Plänen und Zeichnungen das bereits in der Denkschrift angesprochene erste Bauvorhaben an der Lutherkirche genauer dar. Die Baugruppe sollte 8 Häuser mit insgesamt 64 Woh- nungen mit jeweils 3 bis 5 Räumen umfassen, wobei die 5-räumigen Wohnungen bei Bedarf in kleinere Wohnungen unterteilt werden sollten. Er wies darauf hin, dass die evangelische Reinoldi-Gemeinde der Gesellschaft das Grundstück zum halben Preis des tatsächlichen Wertes überlassen habe und dass im Gegenzug ein großer Teil der Wohnungen Mitgliedern der Gemeinde vorbehalten sei. Aufgaben und Ausrichtung der neuen Siedlungs- gesellschaft waren im Gesellschaftsvertrag wie folgt definiert: „Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb von Baugelände und die Errichtung von Wohnhäusern. Der Zweck der Gesellschaft ist darauf gerichtet, minderbemittelten Personen und Familien zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens er- bauten oder angekauften Häusern zu billigen Preisen zu beschaffen. Nach Möglichkeit sollen die Wohnun- gen in Kleinhäusern mit Gärten errichtet werden.“ 4 Der Satz mit dem Appell, neue Wohnungen möglichst in Kleinhäusern mit Gärten zu errichten, war zweifel- los von Strobel in den Vertrag gebracht worden, denn diese Art des Wohnens entsprach ganz seinen Vor- stellungen von Siedlungs- und Städtebau in der In- dustriestadt. Und sie entsprach auch der Forderung des Oberbürgermeisters von 1910 nach gesünderen Wohnverhältnissen in frischer Luft und grüner Um- gebung. Jedoch ließen die wirtschaftliche Lage, die finanziellen Möglichkeiten und die drängende soziale Not der Menschen nach vier Jahren Krieg die umge- hende Realisierung dieser Art des Wohnungsbaus als illusionär erscheinen. Strobel selbst wusste das am besten: „Allerdings wird die Wohnungsnot und der Mangel an geeigneten, zu den Arbeitsstätten gut Entwurf für die Siedlung Nußbaumweg, Blick in den Torplatz, 1920

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