DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

27 der Ausstellung wurde. Struktur, Ansicht und viele bauliche Details der Siedlung finden sich einige Jahre später in ähnlicher Form in Siedlungen der DGSG wieder: mehrgeschossige Bebauung am Rand, Gartenstadt-Charakter im Inneren, zierende Vorgär- ten und Gärten, Grünanlagen und Plätze im Innern der Siedlung, Sichtachsen mit Blick aus der Siedlung hinaus, Kleingärten in unmittelbarer Nachbarschaft zur offenen Seite der Siedlung. Auch ein Licht- und Luftbad war vorgesehen. Über die Hälfte der Woh- nungen waren eher klein und für Mieter aus ärmeren Schichten vorgesehen. In der Gartenvorstadt Marienbrunn hat Strobel einen Gutteil seiner Vorstellungen von Architektur, von Städte- und Wohnungsbau verwirklichen können, in Dortmund setzte er sein Werk fort. Er wollte die „schöne Stadt“ bauen, architektonisch auf der Höhe der Zeit, aber auch ihrer Geschichte und Tradition verpflichtet. Eine „gedeihliche Stadterweiterung“ hatte für ihn alle Faktoren zu berücksichtigen, die die Entwicklung und das Bild der Stadt beeinflussen: soziale, wirtschaftliche, verkehrstechnische, gesund- heitliche und ästhetische. 6 Im Blick auf die Qualität von Wohnungen war ein Mindeststandard hinsicht- lich Größe und Ausstattung für ihn und damit auch für die DGSG nicht verhandelbar – auch und gera- de was Wohnungen für Arbeiter, für Bedürftige und Kriegsversehrte betraf. Wohnungen sollten entspre- chend den Bedürfnissen ihrer Bewohner errichtet werden, eine Wohnung nie nur Behausung sein. Der Sinn für das schöne Detail ist in seinen Entwürfen stets zu erkennen. Als Anhänger der Gartenstadtidee nahmen Gärten, Kleingärten und Grünflächen eine bedeutende Rolle in der Planung von Wohnanlagen und Siedlungen ein, ebenso Spielplätze und Gemein- schaftsanlagen in ihrem Umfeld. Wohnungen, in denen sich die Menschen wohl und zu Hause fühlen, und Wohnanlagen, die guter Nachbarschaft und dem Gemeinsinn förderlich sind, entwarf er bzw. ließ er entwerfen und realisieren. Auf Harmonie und soziale Befriedung war Strobels Denken und Wirken ausge- richtet, imWohnungs- wie im Städtebau. Hans Strobel Eines der ersten Projekte, die Lange Reihe in Körne 1919: Strobels Entwurf als Beispiel für seine Vorstellungen von Architektur und Wohnungsbau

RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=