DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

35 Groß-Dortmund, wie die Stadt nun häufig firmierte, stieg damit zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt Preußens nach Groß-Berlin auf. Mit der Eingemein- dung Syburgs am südlichsten Rand lag Dortmund nun auch direkt an der Ruhr, was für eine der größten und wichtigsten Städte des Ruhrgebiets durchaus von Bedeutung war. Die Eingemeindungen waren Voraus- setzung für das seit Mitte der 1920er-Jahre forciert propagierte städtebauliche Ziel der „aufgelockerten Industriegroßstadt“. Die ländlichen Strukturen in den Randlagen boten neuen Raum für „gesunde“ Wohn- anlagen wie auch für die Erholung. Es galt, die oft beschworene gefährliche Gemengelage von Wohnen und Industrie in der Nordstadt zu entschärfen. Das gelang zwar in der Weimarer Republik nur in Ansät- zen, doch der Weg dorthin wurde eingeschlagen. Auch für die DGSG schufen die Eingemeindungen ganz neue Perspektiven. Obwohl der weit überwiegen- de Teil der in den ersten Jahren von der Gesellschaft neu gebauten Wohnungen auf dem Gebiet des alten Stadtkreises lag, baute die Gesellschaft 1920/21 mit Projekten in Wambel, 1927–1930 dann in Dorstfeld, Huckarde und Kemminghausen auch verstärkt auf eingemeindetem Gebiet. Die entscheidende Verlage- rung des Wohnungsbaus in die Vorstädte setzte in großemMaß allerdings erst nach 1950 ein. Heute liegen zwei Drittel aller DOGEWO21-Wohnungen (10.953 von insgesamt 16.356 Wohnungen, Stand Februar 2017) auf eingemeindetem Gebiet. Schlammkohlesammler und Gemüsefelder an der Werksmauer, 1928

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