DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

38 Burgholzstraße in der Nordstadt Die Wohnanlage an der Burgholzstraße wurde für die Familien von Schwerkriegsbeschädigten und kinder- reiche Familien geplant. Das Projekt umfasste auch die Neubauten im Geviert Hüttnerstraße, Magdebur- ger Straße, Gut-Heil- und Schumannstraße. Die drei- und fünfräumigen Wohnungen waren neben bis zu drei Schlafzimmern, Wohn- und Spülküche mit Bad, Toilette sowie Balkon in der Vorderfront bzw. Loggia zur Hofseite ausgestattet. Die Wohnungen waren äußerst begehrt, da auch die Mieten vergleichsweise günstig waren. In seinem Roman „Ruhrstadt“ richtet Erich Grisar den Blick auf einen kriegsbeschädigten Bewohner einer engen, schäbigen und übervölkerten Mietskaserne: „Eine neue Verordnung war erlassen worden, die den Kriegsbeschädigten die Möglichkeit gab, ihre Rente kapitalisieren zu lassen. Er wollte das gleich in die Wege leiten. Dann fange ich einen kleinen Laden an, sagte er zu Jean, und wenn ich Glück habe, bekomme ich eine Wohnung in der neuen Kriegsbeschädigten- siedlung. Ich kann ihnen sagen, wie froh ich sein werde, wenn ich aus dieser Dreckbude erst raus bin.“ Ansicht Vorder- und Hinterfront der Burgholzstraße 116, 1919

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