DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

72 Kaiserblock Die 1928 bis 1930 errichtete Präsidentensiedlung zwischen Kaiserstraße und Ostfriedhof ist heute die bekannteste der von der DGSG in der Zeit der Weimarer Republik gebauten Wohnanlagen. Sie steht – wie die Lenteninsel und die Siedlung Zur Sonnen- seite auch – als Baudenkmal auf der Denkmalliste der Stadt, zudem ist sie eine Station der „Route der Wohnkultur“ im Ruhrgebiet. Die auch „Kaiserblock“ genannte Siedlung überzeugt die Fachwelt und besonders die Mieter seit fast 90 Jahren durch ihre architektonische Qualität sowie ihren hohen Lebens- und Wohnkomfort. Dem Bau der Siedlung mussten zunächst die alten Häuser einer kleinen Hüttensiedlung an der Kaiser- straße weichen, die viele als einen Schandfleck der östlichen Innenstadt betrachteten. Sodann wurden inklusive einer späteren kleinen Erweiterung insge- samt 650 Wohnungen in vornehmlich viereinhalb- geschossiger, ziegelsichtiger Blockrandbebauung errichtet, Grünflächen im Innern und ein großer Spielplatz an der Reichswehrstraße angelegt. Erstmals in der Baugeschichte der Gesellschaft erhielten die Häuser Flachdächer. Vortretende Ab- schnitte, eckige und runde Erker sowie häufig über die Ecken führende Balkone lockerten die Fassade auf. Die meisten Wohnungen waren rund 60 m² groß. In der Dortmunder Zeitung vom 22. Mai 1930 geriet der Berichterstatter ins Schwärmen, nachdem er den Kaiserblock in Augenschein genommen hatte: „Hier ist vielleicht das Beste in ganz Westdeutschland in moderner Wohnhauskultur geleistet worden […]. Es ist jedem, der auch nur einigermaßen Interesse für die Entwicklung Dortmunds hat, ein Vergnügen, einen Spaziergang nach dort zu unternehmen […]. Es ist ein Hochgenuß, diese glänzend gelungenen Wohnhaus- blöcke zu betrachten.“ Kaiserblock: Reichswehrstraße, 1930 Kaiserblock: Kaiserstraße, Ecke Reichswehrstraße 4–10, 1930

RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=