DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

83 „Säuberung“ der DGSG Selbstverständlich stand auch die DGSG unter Kuratel der Nationalsozialisten, war kurz nach der Machtübernahme durch Hitler am 30. Januar 1933 personell „gesäubert“ und in der Folge ideologisch gleichgeschaltet worden. Geschäftsführer Friedrich Strehlow legte aus „gesundheitlichen Gründen“ im Juni 1933 sein Amt nieder, der alte Aufsichtsrat wur- de durch einen neuen ersetzt, in dem ausschließlich Parteimitglieder und Amtsträger der NSDAP saßen. Nach einigen personellen Interimslösungen setzte sich die Leitung der DGSG in den Jahren der national- sozialistischen Herrschaft die längste Zeit aus August Bertram, einem Kaufmann, als Geschäftsführer, aus Oberbürgermeister Willi Banike, einem Juristen, als Vorsitzender des auf neun Mitglieder reduzierten Aufsichtsrates sowie aus Bürgermeister und Stadt- kämmerer Hans Pagenkopf als dessen Stellvertreter zusammen. Nachdem Geschäftsführer August Bert- ram 1940 einberufen worden war, leiteten Stadtrat Günther Franz und Bankdirektor Ernst Kiock das Unternehmen; in den letzten beiden Kriegsjahren ersetzte Johannes Baaden, Leiter der Stadtwerke, Stadtrat Franz. Die Zahl der Gesellschafter wurde durch den Auf- kauf von Beteiligungen auf drei reduziert: die Stadt Dortmund, die Hoesch-Werke und die Westfälische Wohnstätten AG. 3 1943 lag die Beteiligung der Stadt schließlich bei 71%. Im Oktober 1943 erwarben die Dortmunder Stadtwerke und die Hafen AG Anteile im Wert von 500.000 RM bzw. 200.000 RM und erhielten im Gegenzug die Zusage, ihre Mitarbeiter im Zuge des Wohnungsbaus der Nachkriegszeit bei der Belegung der Wohnungen entsprechend zu berücksichtigen. 4 Münsterstraße, Ecke Kleiststraße, 1936

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