DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

92 geblieben oder zumindest noch bewohnbar waren. Hatte vor dem Krieg jeder Dortmunder statistisch gesehen 15 m² Wohnfläche zur Verfügung, so waren es jetzt noch 5 m². In den drei Westzonen Deutsch- lands fehlten 1946 kriegs- und migrationsbedingt insgesamt etwa 5,5 Millionen Wohnungen. Die Nach- kriegsjahre bis 1950 waren Jahre der Not und des Mangels. Es fehlte besonders an Nahrungsmitteln und Heizmaterial und den meisten – zumindest bis zur Währungsreform im Sommer 1948 – auch an Zu- versicht und dem Glauben an eine baldige Rückkehr in normale Lebensumstände. Die DGW hatte ebenfalls schwere Verluste in ihrem Wohnungsbestand zu beklagen, doch waren sie zahlenmäßig nicht so dramatisch wie die Verluste in Dortmunds Gesamtbestand. Von den 8.426 Woh- nungen, die die DGW im Jahr 1940 besaß, blieben 5.102, also über 60%, unbeschädigt. Von den 3.324 Wohnungen, die Kriegsschäden erlitten, wurden 1.839 total zerstört. Die geringere Schadensquote hat ihre Ursachen darin, dass große Siedlungen der Gesellschaft in Gebieten lagen, die im Vergleich zu den Hauptschadensgebieten glimpflich davonkamen, wie etwa in Dorstfeld, Eving, Kemminghausen, Körne und Wambel. Schwere Schäden waren vor allem in der Nordstadt, etwa in der Schützen- und Uhland- straße, in der Schumann- und Hüttnerstraße, in der Kleist- und Rückertstraße sowie in der östlichen und südöstlichen Innenstadt zu verzeichnen, wie Im Gru- benfeld und in der Düsseldorfer Straße, im Kaiser- block, in der Klönnestraße und an der Lenteninsel, in der Markgrafen- und Landgrafenstraße. In der Geschäftsstelle im AOK-Gebäude in der Schmiedingstraße, in provisorisch hergerichteten, nicht heizbaren Räumen, von denen einige keine Fenster und Türen hatten, waren die verbliebenen Flüchtlingssiedlung amWieckesweg in Brackel, 1950 Flüchtlingssiedlung in Brackel,1950

RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=