DOGEWO21 Jubiläumsbuch - 100 Jahre Wohnen in Dortmund

98 Deutschland konnten in den 1950er-Jahren Berg- leute, Stahlarbeiter und ungelernte Arbeiter so schnell Arbeit finden und so gut verdienen wie im Ruhrgebiet. In Dortmund herrschte praktisch Voll- beschäftigung. Wohnungen mussten her, schnell und in großer Zahl. Die hohen Steuerträge in der Zeit des „Wirtschaftswunders“ wurden zu einem Gutteil in den sozialen Wohnungsbau investiert. Die DGW war in den 1950er-Jahren im Rahmen zahlreicher staatlicher und kommunaler Sonder- programme für Bevölkerungsgruppen wie Umsiedler, Flüchtlinge und Obdachlose im Auftrag der Stadt tätig, verfolgte aber auch eigene Projekte. Im Zuge der Sonderprogramme entstanden u. a. Wohnungen am Lortzingplatz und in der Hüttnerstraße in der Nordstadt, Am Hombruchsfeld in Hombruch sowie in Wambel am Kirschbaumweg. In Hörde war die Rem- berginsel zentraler Bauplatz schnell zu errichten- der Wohnungen von eher bescheidener Größe und Ausstattung. In Dorstfeld (Fine Frau, Am Täufling), in Lütgendortmund (Portmannsweg), in Brackel (Wieckesweg, Kreuzweg) entstanden ebenfalls Zeilen zur Linderung der Wohnungsnot besonders heim- gesuchter Gruppen. In der Innenstadt erweiterte die DGW im Anschluss an den Wiederaufbau bestehen- der Zeilen und Blocks diese um weitere Einheiten, so etwa im Umkreis des Kaiserblocks in der östlichen Innenstadt und in der südlichen Innenstadt. Dort er- richtete sich die Gesellschaft 1953/54 nach Jahren der Verwaltungsarbeit im Provisorium auch ein eige- nes Verwaltungsgebäude in der Landgrafenstraße 77. Von 1946 bis Ende 1959 hat die DGW 2.002 Wohnun- gen wiederaufgebaut und 3.667 neu errichtet. Der Gesamtbestand betrug zu Beginn der 1960er-Jahre 11.342 Wohnungen. Um 1960 setzte dann der Trend zum Bau von großen Siedlungen und Großsiedlungen auf der grünen Wiese ein, der in recht kurzer Zeit zu einem zuvor nie gekannten Zuwachs an Wohnraum führte. Hainallee, Ecke Brandenburger Straße, Neubau 1953 Am Rabensmorgen in Wambel, 1956 Malersiedlung in Wambel, 1954

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