Mietermagazin 04/2017

W ährend ihrer dreijährigen Ausbildung zu Immobilien- kauffrauen lernen die beiden Berufsstarterinnen alle Bereiche des Wohnungsunternehmens kennen. Die theoretische Ausbildung erhalten sie begleitend imEBZ, demEuropäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Bochum. Im zweiten Ausbildungsjahr haben sie (wie alle neuen Auszubildenden) die Möglichkeit, an einem zweiwöchigen Tausch teilzunehmen. Dabei können sie ein anderes Wohnungsunterneh- men etwa in Hamburg,München oder Nürnberg kennenlernen. ImGegenzug kommen Auszubildende aus diesen Unternehmen für zwei Wochen nach Dortmund. Insgesamt befinden sich zurzeit sie- ben junge Frauen und Männer in der Berufsausbildung bei DOGEWO21. „Es war so schrecklich viel los“, weiß Klaus Winter. Als Co-Herausgeber des 58 Seiten starken Heftes „Fre- denbaum - Park-Geschichte des Dortmunder Nordens“ aus der Rei- he „Heimat Dortmund“ weiß Win- ter, worüber er spricht. „Man hätte gut und gerne ein zweites Heft fül- len können.“ AmOstersonntag, 12. April, 1912, er- öffnet J. Windheuser, Wirt der Gast- stätte Fredenbaum, einen Vergnü- gungspark, wie ihn die wachsende Großstadt Dortmund nicht gesehen hat. Sicher, Kurzweil und Unterhal- tung werden den Bürgern im dama- ligen Westerholz (dem späteren Fre- denbaumpark) schon lange geboten. Etwa im 1890 eröffneten Saalbau, in dem neben Konzerten, Versamm- lungen,Kinderfeste und Geburtstage gefeiert werden, die bei manchen ei- nen Eindruck hinterlassen wie „Tau- sendundeine Nacht in Aladins Wun- derhöhle“. Es gibt einen Schießstand, eine Ke- gelbahn und mehrere kleine Hal- len. Inmitten des Trubels aus Volks- festen, Zirkusveranstaltungen und Ballonwettfahrten gastiert 1891 Buffalo Bill mit seiner Wild-West- Show; 5000 Menschen verfolgen das Spektakel mit 200 Cowboys und In- dianern von der Tribüne. Der Fre- denbaumpark, seit 1881 an die erste Dortmunder Pferdebahnlinie ange- bunden, ist längst zu einer Vergnü- gungsstätte geworden, als der Luna­ park 1912 seine Pforten öffnet. Da geht der Rummel erst richtig los: Es ist, wie in anderen Städten, der Versuch, das Parkwesen als insze- nierten Erlebnisraum zu gestalten. Die Unterhaltung, die der Lunapark der Arbeiterschaft im Dortmunder Norden bietet, ist deftig. Sie bauen ein künstliches Felsmas- siv, dem sie eine ebenso künstliche Burg aufsetzen. In wilden Kurven wird es von einer Gebirgsbahn um- fahren, es geht über Brücken und Tunnel. Amüsierfreudige lassen sich johlend vor Zuschauern in einem „Strandcafé“ eine Wasserrutsche hinabgleiten. Ein „Teufelsrad“, eine rotierende Scheibe mit fünf Metern Durchmesser, schleudert Fahrgäste an die umlaufendenRänder,während andere im „Hippodrom“ ihre Reit- künste testen. Es gibt Schießbuden, ein Illusions-Theater und eine „hu- moristische Küche“, in der man für 25 Pfennige nach Herzenslust Ge- schirr zerschlagen darf. Rund einen Monat nach der Eröffnung sind be- reits 325.000 Besucher in den Lun- apark geströmt. Doch nicht jeder erkennt die Zeichen der Zeit. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges sinkt die Bedeutung des Parks ra- pide. Gegen Kriegsende konzipiert Dortmunds Stadtbaurat Strobel eine Kriegsausstellung in den kaum noch genutzten Räumen, Arbeiter halten Versammlungen ab. Erst nach Abzug der französischen Truppen erwacht der Lunapark kurz zu neuem Leben: Um die Besucher bei Laune zu hal- ten, wechselt die Anlage fast jähr- lich ihr Erscheinungsbild. Doch der Niedergang ist nicht aufzuhalten.Die schlechten wirtschaftlichen Verhält- nisse führen zu einem Rückgang der Besucher. Dafür ergeben sich neue Herausforderungen im Dortmunder Süden, wo die Bevölkerungszahlen durch Eingemeindungen rapide wachsen – was Mitte der 20er Jahre zum Bau einer Sportanlage mit dem Stadion Rote Erde und der Westfa- lenhalle führt. Der Fredenbaumsaal im Norden wird zwar weiter für Aus- stellungen genutzt, doch die Attrak- tionen des Lunaparks verblassen im Großstadtlicht. 1933 stellt man an der „Bierhalle Oberbayern“ bauliche Mängel fest, 1939 wird die Gebirgs- bahn abgerissen, ein Jahr später die weiteren baulichen Elemente. Bald sind es Dortmunds Turn- und Sport- vereine, die das Westerholz für sich in Anspruch nehmen werden. Quelle:Ralf Ebert:„8 Stunden sind kein Tag – Freizeit und Vergnügen in Dortmund 1870–1939.“ Der Fredenbaumpark war für Vergnügungssüchtige Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Adresse. Der 1912 im Fredenbaum eröffnete Lunapark zog die Arbeiterschaft in Massen an. Vorbilder waren der Tivoli in Kopenhagen und der Nymphenburger Volksgarten in München. Ein Hauch von Tivoli STADT GESCHICHTEN Für zwei junge Menschen hat ein neuer Lebens- abschnitt begonnen. Die DOGEWO21- Geschäftsführung sowie Ausbildungs­ beauftragte Ricarda Ebel begrüßten Lena Hammacher (19) und Lea Ayasha Küppen- bender (19) zu ihrem Ausbildungsbeginn. NEUE AUSZUBILDENDE Start in den Beruf M it einer Feier im Schwerter Freischütz hat sich DO- GEWO21 bei mehr als 100 Mietern bedankt, die seit einem halben Jahrhundert unter dem Dach einer Woh- nung von DOGEWO21 leben. Nach dem Bustransport, einem Sektempfang und einem gemeinsamen Mittagessen unterhielt Hobby-Kabarettistin und DOGEWO21-Mieterin Silke Reinhard alias Hilde Schablitzy die Gäste mit humoristischen Anekdo- ten und Bekenntnissen einer Ruhrpott-Frau. Es folgte der mu- sikalische Auftritt der „Waltroper Küchenmamsells“, die in Ko- stümen der Jahrhundertwende amüsante Lieder zum Besten gaben. Im Schnitt halten Mieter von DOGEWO21 ihrem Woh- nungsunternehmen mehr als zwölf Jahre die Treue. 50 Jahre al- lerdings sind etwas Besonderes – und DOGEWO21 immer wie- der ein „Dankeschön“ in Form einer Mieterjubilar-Feier wert. Ihr qualifizierter Fachbetrieb für Dortmund im Bereich: • Sanitär- und Heizungsanlagen • Gas-Sicherheit • Regenerative Energien www.diga.de 02 01- 56 06 200 24 h Hängebank 13 | 45307 Essen Anz_diga_Dogewo_214x96.indd 1 22.05.13 11:14 Anzeige Unser Produkt Erdgas Premiumbeinhaltet das intelligente Raumthermostat von tado°,mit demsich Ihre Heizung vollautomatisch steuern lässt. So gewinnen Sie an Komfort und reduzieren Ihre Heizkosten. Außerdemsteht Ihnen unsere DEW21 Vorteilswelt offenmit jeder Menge Spaß,Vergünstigungen, Verlosungen und limitierten Event-Highlights. Einfachmal reinklicken unter dew21.de/erdgas. dew21.de/erdgas → Erdgas mit Fernbedienung. Wo gibt’s das denn? 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