Mietermagazin 01/2018

beiterin der Medienagentur mct befasste sie sich u.a. mit der Qua- litätsprüfung von journalistischen Produkten. Sie entwickelte medi- enpädagogische Projekte mit wie „Zeitung im Kindergarten“ und be- zeichnet sich eindeutig als „Print- Frau“. Zum Thema „Verständlich texten“ gab sie Seminare. Womit wir wieder beim einfachen Satz wären – siehe oben. Nach einem zweijährigen, durch den Beruf ihres Mannes bedingten Aufenthalt in Österreich, zog es die Familie wie- der zurück nach Dortmund. Bei mct hatte sie eine halbe Stelle besetzt, um nebenbei noch als Kulturjour- nalistin frei schaffen zu können. Derzeit arbeitet die Mutter einer neunjährigen Tochter als Vollzeit- kraft in der Pres- sestelle der Stadt Dortmund. Der Be- reich ist klar: Kul- turbetriebe, Dort- munder U, Museen, Stadtarchiv, Die- trich-Keuning-Haus.„Heute bin ich die Ansprechpartnerin für die Leu- te, zu denen ich früher selbst ge- hörte.“ Das hat sich also geändert. Deswegen geht allerdings noch längst nicht der unmittelbare Kon- takt zur Kultur verloren. Natürlich schreibt Katrin Pinetzki noch. Als gelernte Dortmunderin hat sie unlängst ein Buch veröffentlicht, das „Dunkle Geschichten aus Dort- mund – Schön & Schaurig“ titelt, im Wartberg-Verlag erschienen ist und 11,90 Euro kostet. Es ist der ande- re Blick auf die Stadt, mit dem das Buch lockt. Die Reportagensamm- lung erzählt von Verbrechen, führt an verborgene Orte wie das Bun- ker-Hotel Fleiter, in jahrhunder- tealte Stollen, in enge Abwasser- kanäle. Dortmund von unten so- zusagen. An ihre erste Lesung in der „Mayerschen“ erinnert sie sich gerne. „Ich war mega aufgeregt. Es war voll, und es waren sogar nicht nur Freunde da“, sagt sie und lä- chelt. Die nächste Lesung findet am 18. Juni 2018 in der Stadt- und Landesbibliothek statt . Der Nach- folgeband, den sie mit dem Oberhau- sener Fotografen Werner Otto gerade fertiggestellt hat, ist abgegeben. „Da geht es um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.“ Werner Otto hatte die Hauptarbeit, „ich brauchte nur die Bildzeilen für die Fotos formulie- ren“. Und wo steht der Schreibtisch für derlei Projekte? In der Nordstadt natürlich. Katrin Pinetzki wohnt im DOGEWO21-Haus an der Immer- mannstraße. Sie ist sicher: „Hier ist es viel spannender als imKreuz- viertel.“ In Nachbarschaft zumKul- turpunkt Depot und Fredenbaum- park, zum Hafen, zu Kinos. „Du kannst hier sofort mit der Familie ins Grüne, mit dem Rad am Kanal längs bis Waltrop fahren oder dort joggen. Trotzdem bist du ganz nah an der City.“ Sie habe nie den Im- puls gespürt, Eigentum besitzen zu müssen. Schon vorher habe sie im Hafenviertel gewohnt. 2005 dann der Umzug in die Papageiensied- lung. Nach dem zweijährigen Inter- mezzo in Österreich führte der Weg wieder zurück.So etwasmacht man nur, wenn man sich wohlfühlt. Sie schreibt Reden und hält sie auch wie die zur Eröffnung der Ausstellung „Die Zone oder die Ur- banisierung des Wassers“, einer Open-Air-Installation der Künstle- rin Gine Selle im Rombergpark. Sie geht selbstverständlich noch ins Theater, rezensiert allerdings nicht mehr.„Das geht sogar“, sagt sie und klingt fast verwundert, weil sie es nach wie vor liebt, Kunst in Sprache zu übersetzen. Sie bleibt vielfäl- tig, mit Sinn und Auge für Tanz und Theater. Katrin Pinetzki wird weiter Buchstaben aneinanderreihen. Ein- fach schreiben sagt man dazu, ohne Angst vor dem weißen Blatt. In ihrem Buch erzählt die Autorin Katrin Pinetzki „Dunkle Geschichten aus Dortmund - Schön & Schaurig“. „ Heute bin ich die Ansprechpart- nerin für die Leute, zu denen ich früher selbst gehörte. “ Anzeigen Anzeigen Weicken & Schmidt GmbH · 44139 Dortmund · Rosemeyerstraße 6 · www.weicken-schmidt.de Tapeten Fassadendämmung Werkzeug Bodenbeläge Farben Nah an der City und trotzdem im Grünen: In der „Papageiensiedlung“ in der Immermannstraße fühlt sich Katrin Pinetzki pudelwohl. 9 Ausgabe 01/2018

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