Mietermagazin 03/2018

Ihre Rechte als Kunde Hallo, Taxi – was geht? Es gibt viele Möglichkeiten, in einer Stadt mobil zu sein. Aber manchmal, vor allem nachts, ist das Taxi eben auch die letzte. Was dürfen Taxifahrer eigentlich – und was dürfen Kunden? Darf der Chauffeur mit dem Fahrer einen Festpreis aushandeln? Das Mietermagazin gibt Antworten. A mTaxistand:Muss ich den erstenWagen in der Reihe nehmen? Nein. Es gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Das heißt, es ist dem Fahrgast überlassen, wel- chen Wagen er wählt. Sie müssen also keine Rücksicht nehmen auf die Reihenfolge in der Ta- xischlange. Kurze Strecke, lange Strecke: Gibt es eine Beför- derungspflicht? Ja, die gibt es. Aber Achtung: Die Beförderungs- pflicht gilt nur innerhalb des jeweiligen Pflicht- fahrbereichs, den Städte und Landkreise in ihren Taxitarifen festgelegt haben. Möchte der Fahr- gast über die Grenzen dieses Bereichs hinaus, kann der Fahrer die Fahrt durchaus ablehnen. Im Klartext: Kurzen Touren darf sich der Fahrer nicht verweigern. Auch dann nicht,wenn die Fahrt eben nur zumnächsten Bäcker oder zumnächsten Arzt gehen soll.Mit demTaxi nach Paris aber, wie 1984 von einer Hamburger Popgruppe gesungen – dafür muss sich erst einmal ein Fahrer finden. Wie sieht es mit Tieren aus? Darf der Taxifahrer die Mitnahme von Hunden, Katzen oder anderen Tieren verweigern? In der Regel nicht. Ein Hund oder eine Katze bei- spielsweise gelten rechtlich gesehen als Gegen- stand. Deshalb greift auch bei Kleintieren die Beförderungspflicht. Einen Aufpreis darf der Ta- xifahrer dafür nicht nehmen. Allerdings haben bei- spielsweise Hunde auf Sitzplätzen nichts zu su- chen. Entweder machen sie es sich im Fußraum bequemoder, sollte der Platz nicht ausreichen, im Kofferraum, wenn es sich um ein Kombi- oder ein Großraumtaxi handelt. Darf mir der Taxifahrer die Mitnahme verweigern? In bestimmten Situationen schon. Etwa, wenn Sie mit stark verschmutzter Kleidung in den Wa- gen einsteigen wollen. Der Hintergrund ist simpel: Während der Reinigung kann der Fahrer sein Fahr- zeug nicht nutzen und hat dadurch keine Einnah- men. Eine Ausnahme von der Beförderungspflicht besteht auch, wenn ein Fahrgast stark angetrun- ken oder aggressiv ist, Gegenstände aus dem Fahrzeug wirft oder zu rauchen beginnt. Müssen Kunden jeden Wagen akzeptieren? Nein. Ist ein Auto innen stark verschmutzt, dür- fen Kunden ablehnen. In dem Fall muss auch die Anfahrtspauschale nicht bezahlt werden. Eines funktioniert aber nicht: Wenn Sie sich kutschie- ren lassen und den Zustand des Fahrzeugs erst nach der Abfahrt bemängeln, müssen Sie die Ze- che bis zu jener Stelle zahlen, an der Sie sich ab- setzen lassen. Kostet eine Fahrt mit Gepäck mehr? In Dortmund nicht. Wenn Sie sich beim Start in den Urlaub per Taxi zum Flughafen oder zum Bahnhof bringen lassen, sollten Sie allerdings auf die Schwere Ihrer Koffer achten. Im Grund- satz muss ein Taxi mindestens 50 Kilogramm be- fördern können. Der Fahrer ist aber nur verpflich- tet, so viel Gepäck mitzunehmen, wie sich imKof- ferraum verstauen lässt. Besser also, Sie weisen gleich schon bei der Bestellung auf mögliches Gepäck hin. Muss der Fahrer den kürzesten Weg nehmen? Ja, kein Taxifahrer darf den Kunden „um den Pud- ding“ fahren, um mehr Geld zu kassieren. Wenn der Fahrgast nichts anderes bestimmt bzw. beide nichts anderes vereinbaren,muss der Fahrer den kürzesten Weg wählen. Das ist in § 38 BOKraft ge- regelt, der Verordnung über den Betrieb von Kraft- fahrtunternehmen im Personenverkehr. Wer sich übers Ohr gehauen fühlt, sollte sich die Nummer des Taxis notieren. Die Stiftung Warentest emp- fiehlt, sich in jedem Fall eine Quittung ausstellen Anzeige Weicken & Schmidt GmbH · 44139 Dortmund · Rosemeyerstraße 6 · www.weicken-schmidt.de Tapeten Fassadendämmung Werkzeug Bodenbeläge Farben Foto:©fotolia,cameris 6 DOGEWO21 Mietermagazin

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