Mietermagazin 04/2018

sparkasse-dortmund.de Ruckzuck ist ein- fach. Weil man Geld schnell und leicht per Handy senden kann. Mit Kwitt, einer Funkti- on unserer App.* * Gilt nur zwischen deutschen Girokonten. standard_2016.indd 1 17.07.2018 12:35:25 Anzeige des Jahr tierisch auf die Äpfel. In der Apfelzeit bin ichwenigstens zwei Mal die Woche hier“, sagt er, nimmt aber gleich noch Eier mit.Uwe Radzanow- ski verbindet mit seinen Einkäufen bei Mertin einen Umweltschutzge- danken.SeineKritik:„Wenn ich inSu- permärkten einkaufe,kriege ichÄpfel aus Neuseeland.“ Es mag vor Jahren mal was Besonderes gewesen sein, Obst von der anderen Seite der Erd- kugel zu verkosten.Heute aber sollte man vorher das Hirn einschalten, meint er:„Ich kaufe regional!“Dieser Gedanke leitet offenbar die meisten der Kunden auf Hof Mertin. So auch Gudrun Germann, die sagt: „Wenn man selber Äpfel pflückt, sieht man das allesmit anderen Augen.Und au- ßerdem muss man etwas tun, dass solche Betriebe erhalten bleiben.“ Landwirtschaft steht grundsätzlich unter Druck, und dafür ist nicht nur der heiße Sommer 2018 verantwort- lich. „Etwa 120 landwirtschaftliche Betriebe gibt es noch imRaumDort- mund,zehnweniger als vor zehnJah- ren“, stellt Herbert Timmermann von der Landwirtschaftskammer Unna fest. Zusätzliche Einkommen zu er- wirtschaften tut not, und Hofläden, die regionale Produkte anbieten, können dabei helfen. Dass Hof Mertin damit richtigliegt, bestätigt Birgit Jacquemin, Refe- rentin für Selbstvermarktung der Landwirtschaftskammer inMünster. „Regionale Produkte sind derzeit ein Megatrend“, sagt sie. Vor allem bei landwirtschaftlichen Betrieben, die in der Nähe von Städten liegen. „Zum einen haben solche Betriebe kaum mehr Möglichkeiten, sich zu entwickeln,weil es oft keine Flächen mehr gibt, die sie kaufen oder pach- ten können, zum anderen versuchen sie mit der Direktvermarktung, die Nähe zu Kunden zu nutzen.“ Sowieso gehe es um Nischen. Alte Schweinerassen wie Bunte Benthei- mer oder Rinderrassen wie Graurind finden wieder Züchter, weiße Null­ acht-fuffzehn-Hühner, die aus ver- schiedenen Rassen zusammenge- züchtet wurden, um ein Maximum an Eiern herauszupressen, werden zunehmend von historischen Rasse- hühnern wie Deutsches Lachshuhn oder Vorwerk abgelöst. Über so et- was kommen die Landwirte mit den Kunden in Kontakt. Mobilställe für Hühner liegen ebenfalls im Trend. Mit den umsetzbaren Behausungen wechselt der Bauer von Wiese zu Wiese. Er spart den Bau eines groß- en und teuren Stalls, hat ein gutes Verkaufsargument für seine frei- laufenden Hühner und verkauft an Ort und Stelle. Elf Hofläden in Dort- mund sind inzwischen auf der Sei- te www.landservice.de verzeichnet. „Der Qualitätsbegriff spielt wieder eine größere Rolle“, so Jacquemin. Agnes Mertin erinnert sich noch an Zeiten, als ein Kunde sie fragte, ob er die Erdbeeren vor dem Verzehr schälen müsse. Ein anderer befand, der Spargel sei aber hart gewesen – er hatte ihn nicht geschält.„Die Leu- te haben sich etwas von der Natur entfernt“, meint sie. Hofläden, sel- ber ernten,das brächte sie der Land- wirtschaft wieder näher. Mertins ar- beiten mit anderen Hofläden in der Region zusammen, die den ihren mit Produkten versorgen, die sie nicht anbauen.„Fischer-Haumann aus As- seln zum Beispiel backt das Brot für uns, dafür kriegen sie von uns Obst.“ Das seien alles zertifizierte Betriebe, so sichern sie gegenseitig ihre Qua- lität ab. Kristina Mertin kommt hinzu. Die Schwiegertochter ist u.a. für die Or- ganisation der Verkaufsstellen für Obst im Stadtgebiet zuständig, im- merhin hat Hof Mertin 25 Standorte dafür. Ab Januar 2019 übernimmt sie auch den Hofladen. „Wir kom- men wieder, wenn die ,Rubinetten‘ reif sind“, rufen die Schäfers, als sie den Laden verlassen.„Und ich komm nochmal wegen der Kürbisse“,meint Uwe Radzanowski, „wir brauchen noch was zum Dekorieren.“ Sie dür- fen alle kommen, gerne immer wie- der. „Es macht mich stolz, wie sich das alles hier entwickelt hat“, sagt Agnes Mertin. Und geregnet hat es auch noch. Hof Mertin ist auch wegen seines Direktverkaufs weit über Dortmunds Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Kunden kommen auch aus Nachbarstädten. Foto:@fotolia:Andrea 13 Ausgabe 04 /2018

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