Mietermagazin 04/2018

Wilhelm Bergmann GmbH Am Remberg 117a · 44269 Dortmund Tel. 41 75 03 · Fax 42 28 93 · www.gws-bergmann.de E-Mail: gwsbergmann@gmx.de HEIZUNG Anzeigen E s kommt vor, dass sich Ingrid Scholz (80) abends in den Räu- men der Nachbarschaftsagentur im Hof wiederfindet. „Ich sitze dann da und bete den Backofen an“, scherzt sie. Das ist vornehmlich an einem Donnerstag der Fall. Schließlich will das Mittagessen vorbereitet sein, zu dem 13 Hausbewohner regelmäßig am letzten Freitag eines Monats in der Nachbarschaftsagentur zusam- menkommen. Und fast ist es egal, welche Speisen Ingrid Scholz vor- schlägt. „Zum Nachtisch muss es Wackelpeter sein, immer Wackelpe- ter“, sagt Frau Scholz und schmun- zelt. Das gemeinsame Mittagessen ist nicht das einzige Ritual, das viele Hausbewohner seit Jahren pflegen und schätzen. Jeden Montagmor- gen von 9 bis 11 finden sich bis zu 18 von ihnen auch zum gemeinsamen Frühstück in der Nachbarschaftsa- gentur ein. Eine Stunde vorher, ge- gen acht Uhr, sind Ingrid Scholz und Ehemann Georg (79) zur Stelle, de- cken den Tisch, kochen Kaffee und Eier. Mittwochs nachmittags dann treffen sie sich bei einer Tasse Kaf- fee, oft garniert mit Eis, Kuchen oder Waffeln, die Ingrid Scholz gebacken hat. So ist im Laufe der Jahre eine Gemeinschaft entstanden, die je- dem ein Stück mehr Lebensqualität beschert. Ingrid Scholz hat früher als Verkäuferin und Erzieherin ge- arbeitet, ihr Mann Georg war Berg- mann auf Zeche Hansa in Huckarde. Das Haus, in dem sie wohnen, ken- nen sie quasi seit Baubeginn: Kurz nach der Fertigstellung 1964 sind sie eingezogen. Nach dem Auszug 1966 kehrten sie 2014 zurück und bewoh- nen nun eine rund 60 Quadratmeter große Wohnung. Ihre Hilfsbereitschaft und ihr En- gagement werden geschätzt. Es war ja das Konzept der von DOGEWO21 und dem Diakonischen Werk betrie- benen Nachbarschaftsagentur, ei- nen Treffpunkt zu schaffen und ihn später in die Eigenregie der Mieter zu übergeben. Natürlich haben In- grid und Georg Scholz auch den ein oder anderen Helfer, der ihnen beim Einkauf der Lebensmittel für die ge- meinsamen Treffen zur Hand geht. Aber das Organisieren, das Vorbe- reiten, das lassen sie sich nicht neh- men. Das gilt auch für die Tagesausflüge, zu denen die Gemeinschaft regel- mäßig einMal imJahr aufbricht. Ziel kann der Maximilianpark in Hamm sein oder wie im Sommer der Sauer- landpark in Paderborn,den siemit 23 Leuten besucht haben. Welches Bu- sunternehmen soll beauftragt wer- den? Wo verlaufen die Spazierwege, die mit Rücksicht auf das Alter der Ausflügler nicht allzu lang sein dür- fen? Gibt es dort Sitzgelegenheiten? Und schließlich:In welchemRestau- rant lassen sich Plätze buchen, oh- ne einen gewissen Kostenrahmen zu überschreiten? „Wir müssen uns in die Bedürfnisse der Menschen hineindenken“, sagt Ingrid Scholz. Bezahlt werden die Touren aus der Gemeinschaftskasse, die von allen Teilnehmern der Frühstücks-, Mit- tags- und Nachmittagsrunden mit einem kleinen Obolus gefüllt wird. Die kleinen Hilfsdienste, um die ihn manche Mieter bitten, übernimmt Georg Scholz kostenlos. Wenn er von älteren Nachbarn gefragt wird, ob er die heruntergefallene Gardi- nenstange vielleicht wieder befe- stigen oder beim Batteriewechsel eines Gerätes behilflich sein kön- ne, dann verweigert sich Georg Scholz nicht. Bei einer kleinen Fahr- radwerkstatt, da hätte er auch gern mitgemacht. Bremsen reparieren, Schläuche wechseln, solche Dinge eben. „Aber dafür“, sagt der ehema- lige Bergmann, „gibt es bei uns im Haus leider keinen Bedarf.“ DOGEWO21-Mieter Ingrid und Werner Scholz Die Macher vom Burgring Sie planen Ausflüge, sie kochen, decken den Tisch fürs ge- meinsame Nachbar-Frühstück und sind auch sonst zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. DOGEWO21-Mieter Ingrid und Georg Scholz sind die guten Geister am Burgring 6 in Mengede. Gibt es mal nichts zu tun, gönnen sich Ingrid und Georg Scholz eine Pause. Auch die regelmäßigen Ausflüge wollen gut geplant sein. 8 DOGEWO21 Mietermagazin

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