Mietermagazin 01/2019

f Rädern sparkasse-dortmund.de Unabhän- gig ist einfach. Jetzt beraten lassen, damit Frau später finanziell abgesichert ist. standard_2016.indd 1 09.10.2018 10:28:54 40-50 Kunden, schätzt Wirtz, nutzten die Mobile Bibliothek. Al- lesamt Bürger, die wegen einer Be- hinderung, Erkrankung oder aus Al- tersgründen nicht mehr in der Lage seien, die Büchereien zu besuchen. Neben der Hauptstelle am Königs- wall betreibt die Stadt neun Stadt- teilbibliotheken, die da wären in Eving, Hörde, Hombruch, Huckar- de, Mengede, Brackel, Lütgendort- mund, Scharnhorst und Aplerbeck. Ein kostenloses Angebot für eine regelmäßige Dienstleitung. „Alles in allem haben wir etwa eine Million Bände im Angebot“, meint Wirtz, „einschließlich der Zeit- schriften.“ Jedes Genre wird be- dient. Das dürfte auch Viellesern, wie die Heckelers es sind, reichen. Er sei von einer Mitarbeiterin der Stadtteilbibliothek in Aplerbeck auf den Service hingewiesen worden, den er seitdem gerne nutzt. Interessenten können sich unter der Telefonnummer 0231/50-23 220 oder der Email-Adresse mobiler.bi - bliotheksdienst@stadtdo.de mel- den. „Zwischen zehn und 16 Uhr ist immer jemand erreichbar“, sagt Wirtz. Der Bibliotheksdienst bietet außerdem einen „Erinnerungskof- fer“ für demenziell Erkrankte an, den Angehörige ausleihen können. „Die Koffer enthalten Ideen- und Liederbücher, CDs und viele Gegen- stände zum Anschauen und Anfas- sen, so dassMenschenmit Demenz angeregt und aktiviert werden“, so steht es in einer Erklärung.Themen: „Draußen sein“, „Im Haus“, „Män- ner“, „Musik & Tanz“ und „Spiel & Spaß“. Moritz LahusensWeg führt ihn noch zu einer zweiten Adresse, bevor er in die Stadt- und Landesbibliothek an den Schreibtisch zurückkehrt. Niklas Mißfeldt begleitet ihn jetzt. Beide sind sogenannte „Bufdis“, zwei, die im Rahmen des Bundes- freiwilligendienstes nach dem Ab- itur ein Jahr in der Mobilen Bibli- othek arbeiten. Der Freiwilligen- dienst ermöglicht es Frauen und Männer, sich im sozialen, ökolo- gischen, sportlichen oder kultu- rellen Bereich für das Allgemein- wohl zu engagieren. Der Wagen stoppt in Brünninghau- sen, und diesmal ist es Henriette Schmidt, die die Tür öffnet. Auch sie kann sich fast nur noch imRollstuhl fortbewegen. „Es liegt zwar nichts Tröstendes in der Literatur“, meint sie, „aber Bücher erweitern mei- nen Horizont.“ Das aktuelle von Bill Clinton und James Patterson hat es ihr zuletzt besonders angetan – die Abgründe der Politik in Romanform. Hat sie jetzt durch,Mißfeldt legt es in den Koffer. Henriette Schmidt ist bereits als Jugendliche Kundin der Stadt- und Landesbibliothek gewesen, die da- mals noch am Markt beheimatet war. „Ich hätte am liebsten mein Bett da aufgestellt“, erinnert sie sich. Und später in der Bibliothek der Universität: „An den Duft der Bücher erinnere ich mich heute noch.“Gut, das liegt weit zurück, ihr Bewegungsradius ist wegen ihrer Erkrankung kleiner geworden, aber die Magie der Bücher spürt sie im- mer noch. Sie liest alles von Sher- lock Holmes und manches immer wieder. „Herr der Ringe“ zum Bei- spiel.„Beim ersten Herbststurm ist ,Herr der Ringe‘ dran – jedes Jahr.“ Die Richtung Fantasy, alles über Katzen und Schottland sind der- zeit ihre Renner. „Nach Schottland schaff‘ ich es zwar nicht mehr, aber wenn man Bücher darüber liest, ist man auch da.“ Vielleicht liegt ja doch etwas Tröstendes in der Li- teratur. Letzte Frage an die Heckelers: „Muss man ein Buch zu Ende le- sen?“ „Auf keinen Fall“, meint Ge- rola Heckeler, „nach spätestens 50 Seiten weiß man doch, ob sich das Buch lohnt.Man hat schließlich nur eine gewisse Lebenszeit, und die sollte man nicht mit Büchern ver- bringen, die man nicht gerne liest.“ Da lohnt dann ein kurzer Anruf bei der Mobilen Bibliothek – die holen ab und bringen neu. Bei Gerola und Viktor Heckeler (r.) bleibt der Fernseher öfter mal aus. Auch Hen- riette Schmidt (l.) lässt sich regelmäßig Literatur liefern. Moritz Lahusen (r.) und Niklas Mißfeldt sind die Bücher- Kuriere. 13 Ausgabe 01/2019

RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=