Mietermagazin 02/2019

sparkasse-dortmund.de Entschei- den ist einfach. Weil die Sparkasse verant- wortungsvoll mit einem Kre- dit helfen kann. Sparkassen-Privatkredit. standard_2016.indd 1 25.01.2019 08:49:35 Was man halt so unterm Arm trägt, wenn man aus der Stadt kommt: Bei Bernd Lerp war es ein Druck des spanischen Malers Miró. Eines mit dem Titel „Ohne Titel“ zwar – immerhin aber ein Original. Für drei Monate zierte es das Wohnzim- mer des Bochumers, danach fand es wieder den Platz in der Ausleihe der Artothek. Die Kunstecke im 1. Obergeschoss der Stadt- und Landesbibli- othek nennt 1.400 Gemälde, Graphiken, Fotogra- fien, Collagen und Skulpturen teils namhafter Künstler ihr eigen. Im Laufe von fast 40 Jahren angeschafft, um, wie Leiter Markus Lohmann sagt, „breiten Bevölkerungsschichten den Zu- gang zur bildenden Kunst zu ermöglichen“. Große Kunst für kleines Geld. Bernd Lerp jedenfalls ist begeistert.„Einen echtenMiró kann ichmir sonst nicht leisten“, meint er. Mitarbeiterin Heike Adrian nimmt das sorgsam verpackte Bild entgegen. Sie wird es später wie- der einsortieren. Jetzt ist erstmal Mathias Glä- ser da,wie Lerp bereits seit Jahren ein Kunde der Artothek. Er bringt die Bronzeskulptur „Mädchen mit Zopf“ des Bildhauers Waldemar Wien zurück und ist noch unschlüssig, welches Kunstwerk er für das nächste Vierteljahr mit nach Hause neh- men soll. 2,50 Euro kostet das Ausleihen eines Exponats für drei Monate, hinzu kommt noch eine Versicherungs- gebühr in Höhe von einem bis fünf Euro. Maximal also 7,50 Eu- ro für ein Vierteljahr. Und schon kann ein Picasso, ein Vasarely, ein Dali, Hundertwasser oder Grass den Weg in die eigenen vier Wände finden. „Für solch einen kleinen Obolus kann man sich häufiger mal was Neues gönnen – und sich immer wieder neu be- geistern“, stellt Gläser fest. Die kunstinteressier- te Familie liebt die immer wechselnden Anre- gungen, die Zwiesprache damit:„Wir gehen nicht einfach an den Werken vorbei.“ Die Skulptur des 1994 verstorbenen Dortmunder Künstlers Waldemar Wien soll ein Beispiel dafür sein, dass sich die Artothek ebenfalls um lokale Künstler kümmert. Etwa die Hälfte der Samm- lung machen sie aus. Die Arto- thek unterstützt sie mit dem An- kauf der Werke,macht siemithil- fe der Ausleihe bekannter. Was angekauft wird, entscheide man gemeinsammit der Direktion der Stadt- und Landesbibliothek. Ob sich die Leu- te beispielsweise Bilder ausleihen, weil sie sich wirklich damit auseinandersetzen wollen, oder ob sie schlicht ihr Wohnzimmer damit aufwerten möchten, ist für Markus Lohmann zunächst zweitrangig. „Da passiert automatisch etwas“, ist er sicher, „auch, wenn sie nur zu dekorativen Zwecken ausgeliehen werden. Denn wenn die Kunden grundsätzlich desinteressiert wären, würden sie gar nicht erst kommen.“ Für maximal ein halbes Jahr kann man die Werke borgen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass sich nach drei Monaten noch kein anderer Inte- ressent gemeldet hat. Länger als sechs Monate allerdings nicht. Adrian: „Dann muss das Expo- nat zurück, damit auch andere eine Chance be- kommen.“Es besteht dieMöglichkeit, im Internet nachzuschauen, welche Werke in der Artothek versammelt sind, einen echten Eindruck davon kann man sich allerdings nur bei einem Besuch im Botta-Bau am Max-von-der-Grün-Platz ma- S ie hätten gern ein Gemälde von Pi- casso oder Miró im Wohnzimmer hängen? Sie denken, Sie können sich das nicht leisten? Irrtum: In der Ar- tothek der Stadt- und Landesbibliothek gibt es die große Kunst für kleines Geld. „ Einen echten Miró kann ich mir sonst nicht leisten “ Picasso im Wohnzimmer Artothek verleiht große Kunst für kleines Geld 12 DOGEWO21 Mietermagazin

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