Mietermagazin 03/2019

Wilhelm Bergmann GmbH Am Remberg 117a · 44269 Dortmund Tel. 41 75 03 · Fax 42 28 93 · www.gws-bergmann.de E-Mail: gwsbergmann@gmx.de HEIZUNG 11 Ausgabe 03 /2019 „Ich komm‘ raus für ´nen Grand!“ Für Wolfgang Westerholt (74) hat sich das Aufstehen am Morgen offenbar schon gelohnt. Mit sei- nen Skatbrüdern Georg Mischek (70), Werner Roeske (82) und Peter Nehring (73) kloppt er einmal wö- chentlich in der Löttringhausener Nachbarschaftsagentur am Lan- geloh 18 Karten. Fläschchen Pils auf demTisch, die Mettwurst dane- ben. „Willst‘e eine?“, fragt er Peter. Nehring will. Das ist so, wenn man älter wird. Man selber verändert sich, und der Ort, in dem sie alle schon Jahrzehn- te leben, ebenfalls. „Wir sind wirk- lich froh, dass wir hier die Möglich- keit haben, uns zu treffen“, sagt Georg Mischek,„sonst ist hier doch nur noch ,tote Hose‘.“ Ihre ehemali- ge Stammkneipe „Blickpunkt“ gibt es nicht mehr, seitdem waren zwi- schen Kreuz As und Karo 7 alle Kar- ten heimatlos. „Spiel die richtige Karte, und ich geb‘ Kontra“, kündigt Nehring an, „und zwar volles Rohr.“ Nebenan steht Ginger Ale auf dem Tisch. Das Damen-Quintett Inge- borg Roeske, Helma vomHove, Jut- ta Andersch, Inge Freese und Inge- borg Köhne lassen es geruhsamer angehen. Das liegt auch am Spiel. Sie fächern die Karten, der Ton ist konziliant. „Du hast nur zehn Kar- ten?“, fragt Ingeborg Roeske,„dann kriegst Du noch zwei,mein Schatz.“ Rommé heißt das Spiel, und weil Ingeborg Köhne Geburtstag hat, darf sie nachher noch einen Blu- menstrauß mit nach Hause neh- men. Sie sind alle seit Jahrzehnten DOGEWO21-Mieter, Ingrid Freese schon seit 52 Jahren. Wie gesagt, es mag sich einiges verändert ha- ben in dieser Zeit. Der Vermieter allerdings nicht. Immer mittwochs zwischen 18 und 21 Uhr nehmen sie das Angebot von DOGEWO21 und Diakonie war, eines von vielen, mit denen die Nachbar- schaftsagentur das Leben der An- wohner kurzweiliger macht. Mit- machen darf jeder und jede, einfach vorbeikommen, das reicht. „In der Kneipe war früher natürlich mehr los…“, sagt vom Hove. Sie weiß es genau, sie war die Wirtin. „Klar“, stimmt Mischek aus dem Nachbarraum zu,„da haben wir am Tresen manche Schlacht geschla- gen.“ Sie spielen mit einem Euro Startgeld, der Verlierer der Runde bis 401 Miese zahlt noch einmal einen Euro, der Vorletzte 50 Cent. „Nein, nein“, beschwichtigt Roes- ke,„wir nehmen uns kein Geld weg, wird ja alles aufgeteilt. Aber ein Reiz muss dabei sein.“ Pro Person kämen im Jahr etwa 70 Euro zu- sammen, kann man von essen ge- hen. „Männer...“, das ist der einzi- ge Kommentar, den Roeskes Frau Ingeborg dazu von sich gibt. Um Geld spielen, nein. 18, 20, zwo, null, vier… – auf’m Tisch gehen ´se ka- putt – Karte oder ´n Stück Holz? Egal, man merkt der Löttringhau- sener Skat- und Rommé-Offensive an, dass es noch um etwas anderes geht als ums Zocken. Um Zerstreu- ung und Erinnerung an alte Zeiten, ums Rausgehen. Nachbarschaftsagentur Wo Skat und Rommé Trumpf sind Kurzweil, Geselligkeit und Unterhaltung sind Trumpf, wenn sich Anwohner zu Skat und Rommé in der Löttring- hauser Nachbarschaftsagen- tur treffen. Manche sind regelmäßig dabei. Immer mittwochs zwischen 18 und 21 Uhr treffen sichMieter zu Skat und Romme in der Löttringhauser Nachbarschaftsagentur.

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