Mietermagazin 04/2019

Fassadengestaltung • Anstricharbeiten • Lackierarbeiten Tapezierarbeiten • Kreative Maltechniken • Dekorputze Spachteltechnik • Wasserschadenbeseitigung Vinyldesignböden • Holzschutzanstriche • Seniorenservice Gansmannshof 1 44269 Dortmund Telefon 0231 / 47797430 Fax 0231 / 47797431 Mobil 0176 / 38814334 Malerwerkstatt Haselhoff Gestalten Erhalten Schützen www.malerwerkstatt-haselhoff.de Malerwerkstatt-Haselhoff@gmx.de gemustert flattert er durch das Are- al. Kommt aus Arabien, legt am Tag zwischen 200 und 300 Kilometer zu- rück. Da staunt der Mensch, wie er wahrscheinlich immer beginnt zu staunen,wenn er sichZeit für die ge- naue Beobachtung der sechsbeini- gen Insekten und achtbeinigen Spin- nen nimmt, die dabei sind, mit aus- geklügelten Strategien ihr Überleben zu sichern. Lemm erklärt, wie Mau- erbienen sich vor Spechten schüt- zen, und dass sich Gänseblümchen im Laufe der Zeit darauf eingestellt haben, dass siemeist von Rasenmä- hern abgesäbelt werden.„Sie bilden nur noch ganz kurze Stiele.“ Gabriele S. ist gekommen, um sich von den beiden Naturschützern das richtige Zählen erklären zu lassen, weil man ja im gepflegten Durchei- nander eines Gartens oft den Blick fürs Ganze verliert.„DieHummel,die ich hier zähle, kann ich ja gleich acht Meter weiter nochmal zählen“,meint sie.Damit das nicht passiert, soll sie einen Gesamtblick auf ein kleines Stück Gelände trainieren – gewis- sermaßen mit einemBlick erfassen, was gerade im Anflug oder gelandet ist. Und dann das nächste. Ob ein Schmetterlingsstrauch gut ist? Klar, antwortet Brigitte Bornmann-Lemm, heißt ja nicht umsonst so. Allerdings nur für die erwachsenen Tiere, „die jungen brauchen Brennnesseln“. Das zu wissen, ist wichtig: „Man kann selbstverständlich die Brenn- nesseln wegnehmen, wo man sie nicht haben will – aber irgendwo sollte es einen kleinen Platz für sie geben.“Manwird nicht dümmer zwi- schen Burgholz- und Eberstraße. Für die Schmetterlinge, weiß Sa- rah Bölke von NABU NRW sei es ein ganz schlechtes Jahr, weil bei der Hitze viele Futterpflanzen vertrock- net seien. Hilft ja nichts, es muss immer wei- tergehen. Brigitte Bornmann-Lemm erklärt, wie sie Beete mit Trocken- mauern angelegt hat („RichtungNor- den mit Schatten für die Spinnen, Richtung Süden für die sonnenlie- benden Insekten“) und dass sie im Laufe der Zeit bereits 150 Insekten- arten im Kleingarten gesehen habe („Angefangen haben wir mit 14“). Ihr Mann zeigt auf mehrere Bündel Hal- me, die von Mauerbienen bewohnt werden. Sie hängen festgetackert unter dem Vordach der Hütte. Klar, manmuss viel wissen, aber die Spe- zialisten teilen ihr Wissen gernemit. Was imGroßen z.B. durch die indus- trielle Landwirtschaft droht kaputt- zugehen, kannman imKleinen nicht retten, oder? Beide wirken nicht so, als ließen sie sich entmutigen. Brigitte Born- m a n n - L e mm steht für die Beant- wortung der Fragen be- reit. Unter naturgarten@na- bu-dortmund.de oder Handynum- mer 0157 3628 7972 ist sie zu erreichen. Fürs Erste würde aber das Befolgen von zwei Grundsätzen reichen: kein Gift und kein Torf. Und das Resümee dieses Tages im NABU-Geviert? „Wir haben 45 Arten fest bestimmen können und drei, vier nicht“, meint die Naturschütze- rin.Alles ist immer einwenig vage,es ist erst die zweite Insektenzählakti- on dort, man wird erst mit der Zeit kenntnisreicher und das Ergebnis ist immer stark witterungsabhän- gig, weil bei Regen kaum etwas los ist. Fest aber stehe, dass sich über mehrere Jahre be- stimmte Arten im Garten 85 etab- liert haben. Bei den Wildbienen die Sand- und Löcherbiene, bei den Acker-,Erd- und Steinhum- meln verhält es sich ähnlich. Auch die Streifenwan- zewurde freundlich begrüßt,und der Trauerrosenkäfer zeigte sich erst- mals. Was nichts Anderes beweist, als dass man wirklich etwas tun kann, wenn man will.„Aber es muss von Dauer sein“,meint Brigitte Born- mann-Lemm. Das Auftauchen einer Totenkopf- schwebfliege würde Klaus-Dieter Lemm jetzt noch erfreuen. Sie sei- en wichtige Jäger und machten sich über Blattläuse her. „Jeder futtert hier jeden“, meint er trocken. Dieser Garten lebt jedenfalls. Was ja allein schon eine gute Nachricht ist. Lebensraum Garten: Die Steinhummel (l.) gehört ebenso zu den zeitwei- ligen Besuchern wie die Streifen- wanze (oben), der Distelfalter und das Tagpfauen- auge (unten). NABU Foto Schmetterling:Adobe Stock©K.-U.Häßler 13 Ausgabe 04 /2019 Geschäftsstelle NABU Am Rombergpark 35 44225 Dortmund www.nabu-dortmund.de/neues/ E-Mail: info@nabu-dortmund.de

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