Mietermagazin 04/2019

Ihr qualifizierter Fachbetrieb für Dortmund im Bereich: • Sanitär- und Heizungsanlagen • Gas-Sicherheit • Regenerative Energien www.diga.de 02 01- 56 06 200 24 h Hängebank 13 | 45307 Essen Anz_diga_Dogewo_214x96.indd 1 22.05.13 11:14 E in zarter Wind fächert im Grün der mächtigen Bäume, auf die Bunhilde Jacoby (90) aus dem Kü- chenfenster ihrer Wohnung am Vierkandtweg 14 blickt. Ihr Sohn Rudolf Herbst (65) ist zu Besuch gekommen. Die Bäume, die großzü- gigen Rasenflächen - „das ist fast schon parkähnlich“, schwärmt er. Früher sei hier alles voller Felder gewesen, erzählt Brunhilde Jacoby. „Als Kinder haben wir hier die Kar- toffeln ausgemacht.“ Sohn Rudolf hat diverse Einsätze in der Zucker- rübenernte in Erinnerung. „Abends gab‘s fünf Mark Taschengeld vom Bauern und in der Pause Kakao und ein Stück Kuchen.“ „Früher“ – das war die Zeit vor 1960. Sicher, nördlich des alten Scharnhorster Ortskerns waren zwischen 1951 und 1954 bereits 1.300 Wohnungen hochgezogen worden. Vorwiegend für Bergbau- und Stahlarbeiter. Weil das ange- sichts der Wohnungsnot aber nicht reichte, holte eine Trägergemein- schaft von sieben Wohnungsunter- nehmen, darunter DOGEWO21 (da- mals DGW), zu einem„Befreiungs- schlag“aus:ImMai 1965 gab es den symbolischen „ersten Spatenstich“ der Unternehmen für insgesamt gut 5.200 Wohnungen. Als „Trabantenstadt“ bis Mitte der 70er Jahre aus dem Boden ge- stampft, entwickelte sich Scharn- horst-Ost mit seinen öffentlichen Einrichtungen und seinem eigenen Zentrum schnell zum Mittelpunkt des gesamten Stadtteils. DOGEWO21 hatte 352 Wohnungen unterschiedlicher Zuschnitte und Größen beigesteuert, die sich um die Straßen Schumpeter-, Vier- kandt-,Mackenroth- und Sombart- weg gruppieren. Ein eigenes Quar- tier innerhalb des großen Ganzen. 1969, vor 50 Jahren also,wurden die ersten Wohnungen von DOGEW21 bezugsfertig. Brunhilde Jacoby war die erste Mieterin, die in das Haus Vierkandtweg 14 zog. Ihrer Woh- nung im Parterre ist sie seit nun- mehr einemhalben Jahrhundert bis heute treu geblieben. „Beim Ein- zug fehlte an der Treppe noch das Geländer“, sagt die Seniorin und schmunzelt. Ihr Sohn Rudolf Herbst legt ein Papier auf den Tisch: Es ist der 50 Jahre alte Mietvertrag, leicht angegilbt und fein säuber- lich aufbewahrt. 59 Quadratmeter. Zwei Zimmer, Küche, Bad, Loggia: 242,30 Mark Kaltmiete/Monat. Die Übergabe der Wohnung „erfolgt am 31.7.1969 um 9 Uhr“, steht da zu le- sen. Und: „Wegen der Wahl der Ta- peten bitten wir Sie, sich sofort mit der Firma Heimann & Rottkamp in Verbindung zu setzen.“ Bunhilde Jacoby, gebürtige Scharn- horsterin, hat erlebt, wie die Groß- siedlung wuchs undwuchs. Aber sie hat auch den Wandel erlebt. Nach- haltiges Bauen? Energieeffizienz? Waren damals noch Fremdwörter. Die Funktionalität, und allein die, hatte oberstes Gebot: Es galt,mög- lichst vielen Menschen möglichst schnell bezahlbare Unterkünfte bereitzustellen. Aber irgendwann war die Zeit über Scharnhorst-Ost hinweg gegangen. Gestern noch modern, genügte die Großsiedlung Jahre später nicht mehr den An- sprüchen einer auf die Zukunft aus- gerichtetenWohn- und Lebensqua- lität. Dafür standen nicht nur die abgenutzten Hausfassaden. Auch die schiere Größe der Anlage, ihre Unübersichtlichkeit, war zu einem Problem geworden. Das galt ironi- scherweise sogar für den großen Baumbestand, der Schatten auf Wege und Wohnungen warf. Diese Situation vor Augen, schlos- sen sich DOGEWO21, Spar- und Mitte der 1960er Jahre startete im Nordosten Dortmunds eine der damals größten Siedlungsbaumaßnahmen in ganz NRW: Östlich der Flughafenstraße entstand ein völlig neues Quartier mit gut 5.200 Wohnungen. Es war die Geburtsstunde von Scharnhorst-Ost. DOGEWO21-Mieterin Brunhilde Jacoby (90) erinnert sich. Sie ist vor 50 Jahren eingezogen. „ Abends gab‘s fünf Mark Taschengeld vom Bauern und in der Pause Kakao und ein Stück Kuchen. “ 50 Jahre DOGEWO21 in Scharnhorst-Ost Die Mieterin der ersten Stunde 8 DOGEWO21 Mietermagazin

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