StadtWohnen - Mietermagazin 01/2020

A ndreas Jedamzik, Feuerwehr- mann in Diensten der Stadt Dortmund und Vize-Landes- gruppenvorsitzender der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeug) in NRW, kann sich noch gut an die Sil- vesternacht vor einigen Jahren erin- nern. Jedamzik und Kollegen waren dabei, einen Kellerbrand am Nord- markt zu löschen, als sie von Unbe- kannten plötzlich mit Böllern be- schossen wurden. Einfach so. „Zum Glück hat es keine Verletzten gege- ben“, sagt Jedamzik. Sein Erlebnis ist kein Einzelfall: Im- mer öfter fühlen sich Sanitäter und Feuerwehrleute, mitunter sogar Po- lizeibeamte, Beleidigungen, Bedro- hungen und auch Handgreiflichkei- ten ausgesetzt. Mittelfinger zeigen, mit der Faust drohen, beschimpfen - „es ist immer mehr geworden“, stellt Andreas Jedamzik fest. Wie rau das Klima manchmal ist, merkt auch Ul- rich Cramer (39), Hausmeister bei DOGEWO21 und Löschzugleiter der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Eine Straßensperrung während eines Ein- satzes reiche schon aus. „Wie lan- ge dauert das? Muss das sein?“, sind eher noch Anmerkungen harmloser Natur.„Viele Leute reagieren ungedul- dig und genervt“, weiß Cramer. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, startete die Ortsgruppe Dort- mund der DFeug 2016 die Kampag- ne „Respekt?! Ja Bitte!“. Mit selbst- gedrehten Videos in den sozialen Netzwerken schildern sie ihre Arbeit und berichten über Einsätze. 2018 schloss sich die Gewerkschaft der Polizei (DdP), Ortsgruppe Dortmund, der Kampagne an. Seitdem stehen Polizeioberkommissar Maik Müller und mehrere Kollegen in der Freizeit an der Kamera, greifen verschiedene Themen auf (etwa Gaffer bei einem Unfall), schneiden das Material und stellen es ins Netz. Inzwischen sind mehr als 50 Clips entstanden, die schon kurz nach dem Start mehr als 550.000 mal aufgerufen worden sind. Längst hat „Respekt?! Ja Bitte!“ Un- terstützung in der NRW-Landesregie- rung sowie landes- und bundesweit Nachahmer gefunden. Jetzt haben die Akteure weitere Filme produziert und sie als drei, jeweils 90 Sekunden lange Trailer online gestellt. Sie zeigen unter anderem den Einsatz bei einem Verkehrsunfall und einer Demonstration, berichten über die Ar- beit von Höhenrettern und schildern Szenarien wie das eines bewaffneten Mannes, der sich mit seiner Familie im DOGEWO21-Hochhaus am Lange- loh in Löttringhausen verschanzt. Das Besondere dabei:Die Einsatzkräf- te im Video sehen aus wie SEK-Be- amte. Tatsächlich sind es aber ganz normale Streifenpolizisten, die de- monstrieren, wie sie sich bis zum Ein- treffen des SEK auf die Gefahrenlage einstellen. „Wir möchten die Zusam- menarbeit unserer Kräfte darstellen und Zusammenhänge aufzeigen“, sagt Polizeioberkommissar Maik Müller. Und so für mehr Verständnis und Re- spekt für die Arbeit von Polizei, Feu- erwehr und Hilfsorganisationen wer- ben. Auch sie sollen mittelfristig in die Kampagne einbezogen werden. Kampagne für Rettungs- und Einsatzkräfte soll sensibilisieren Für mehr Respekt Weitere Einzelheiten zu den Videos und der Kampagne „Respekt?! Ja Bitte!“ gibt es in den sozialen Medien und auf der Internetseite. www.respekt-ja-bitte.de INFOKASTEN Immer wieder sind Rettungskräfte Angriffen, Bedrohungen und Beschimpfungen ausgesetzt. Mit der Kampagne „Respekt?! Ja Bitte!“ halten Polizei und Feuerwehr dagegen. Dabei spielt auch das DOGEWO21-Hochhaus in Löttringhausen eine Rolle. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange (Foto) unter- stützt die Kampagne ebenso wie Prominente und Politiker, etwa NRW- Innenminister Herbert Reul. 9 www.dogewo21.de

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