Waschhaus Mengede

Wo sich die Trommeln seit 58 Jahren drehen

Schmutzige Wäsche waschen – das gehört üblicherweise nicht zu den bevorzugten Tätigkeiten des Alltags. Bei Simonette Colmsee (60) ist das anders. Sie leitet das Waschhaus von  DOGEWO21 in Mengede bereits seit 30 Jahren.

Der Bau an der Goslarstraße 20 erinnert in seiner nüchternen Architektur an die Zeit, als Dortmund noch Mittelpunkt der Stahl- und Bergbauindustrie war. Und als das Waschhaus noch ganz andere Mengen an schmutziger Wäsche zu bewältigen hatte. „Früher waren die Haushalte größer“, erinnert sich Simonette Colmsee. „Heute haben Familien vielleicht noch zwei Kinder. Zudem kam damals viel mehr Arbeitswäsche.“
Also richtig schmutzige und nicht nur von der Computerarbeit leicht angeschwitzte. Simonette Colmsee steht an der Heißmangel, die gerade Bettzeug durchzieht, sie faltet schnell und akkurat. Man könnte sagen, diese Arbeit liegt in der Familie. „Das Waschhaus gibt es seit 58 Jahren, 30 Jahre bin ich hier – und die 28 Jahre vorher hat meine Mutter hier gestanden.“ Im Hintergrund laufen die Waschmaschinen, Schleudern und Trockner.

Elisabeth Julich kommt herein. Sie trägt einen Korb Wäsche und stellt ihn auf den Tisch. Sie ist berufstätig und froh, dass DOGEWO21 diese Möglichkeit des Waschens bietet. „Ich hab‘ keine große Waschmaschine“, sagt sie, „und ich krieg meine Sachen in einer Superqualität zurück!“

 

 

„Bis Dienstag dann“, ruft Simonette Colmsee, der man abnimmt, dass sie inzwischen jede einzelne Bluse ihrer Besitzerin zuordnen kann. Der Waschsalon steht nicht nur Mietern des Wohnungsunternehmens zur Verfügung. Jeder Bürger darf die Profimaschinen nutzen. Er  kann selber waschen - ein großer Wäschekorb mit 60-Grad-Wäsche kostet z.B. 2,50 Euro. Oder er kann den Service von Simonette Colmsee in Anspruch nehmen: Dann zahlt er sieben Euro und bekommt seine Wäsche sauber, getrocknet und gemangelt zurück. Gebügelt wird nicht. Dafür dürfen Gardinen, Oberbetten und Winterjacken angeliefert werden. Etwa 2000 Mal wird der Service jährlich von Kunden angenommen. Natürlich zum Waschen, aber auch zum Klönen.„Es gibt Leute, die kommen nur zum Kaffeetrinken, auch Männer“, sagt Simonette Colmsee. Vieles ist hier von Dauer, und eine der Waschmaschinen läuft bereits seit 38 Jahren. Simonette Colmsee ist mit ihr älter geworden.
„Die pflegen wir“, sagt sie und nutzt das Wort, mit dem sie auch ihre Arbeit beschreiben könnte. „Ich hab‘ schon immer Wert auf gepflegte Wäsche gelegt. Ich mag den Geruch von klarer, weißer Wäsche. Und das bleibt so.“ Sie möchte nichts anderes machen. Man könnte sagen, sie ist mit sich im Reinen.

Anmeldungen im Waschhaus bitte unter:
Tel.: 01 63 / 20 83 08 0