Dortmund mit einem der größten Dachpotenziale bundesweit
Wohnraum schaffen durch Aufstockungen
Dachaufstockung: Sabine Poschmann, parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium, besichtigt gemeinsam mit Samuel Šerifi, Sprecher der Geschäftsführung bei DOGEWO21, den neu geschaffenen Wohnraum in der Vieselerhofstraße in Aplerbeck.
Während bezahlbarer Wohnraum in Dortmund und vielen weiteren deutschen Großstädten weiterhin knapp ist, liegt ein großes Potenzial bislang ungenutzt direkt über den Köpfen der Menschen: auf den Dächern der Stadt. Eine aktuelle Studie des Technologieunternehmens Leaftech, dass allein in Dortmund mehr als 20.000 neue Wohnungen durch Dachausbau und Dachaufstockung entstehen könnten. Im bundesweiten Vergleich zählt Dortmund damit zu den Städten mit den größten Potenzialen für zusätzlichen Wohnraum im Dach.
„Wir müssen in einer wachsenden Stadt wie Dortmund jede sinnvolle Möglichkeit nutzen, um neuen Wohnraum zu schaffen. Der große Vorteil von Dachausbau und Dachaufstockung ist, dass dabei keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden“, sagt die Dortmunder Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium Sabine Poschmann (SPD). „Der Blick nach oben zeigt: Das Potenzial ist enorm, schnell realisierbar und zugleich klimafreundlich.“
Dachausbau und Aufstockung gelten als besonders nachhaltige Form der Wohnraumschaffung. Bestehende Gebäude, Infrastruktur und Quartiere werden weitergenutzt, während zusätzliche Flächenversiegelung vermieden wird. Gleichzeitig können viele Projekte mit energetischen Sanierungen kombiniert werden – ein Gewinn für Mieter*innen und Klima.
Konkret wurden mehr als 6.000 bestehende Mehrfamilienhäuser identifiziert, die baulich und technisch für zusätzlichen Wohnraum im Dach geeignet sind. Rund 70 Prozent des Potenzials entfallen auf den Ausbau bislang ungenutzter Dachgeschosse, etwa 30 Prozent auf zusätzliche Etagen durch Aufstockungen auf Flachdächern.
Dass dies auch ganz konkret funktioniert, zeigt ein aktuelles Beispiel in Dortmund-Aplerbeck: Dort realisiert die kommunale Wohnungsgesellschaft DOGEWO21 eine Dachaufstockung mit begleitender energetischer Modernisierung. Entstehen sollen vier öffentlich geförderte Wohnungen, ergänzt durch Maßnahmen wie Fassadendämmung, neue Fenster und den Umstieg auf klimafreundliche Wärmetechnik. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 1,3 Millionen Euro inkl. Fördermitteln von Bund und Land. „Die Potenziale für zusätzlichen Wohnraum in den Dachgeschossen hat DOGEWO21 früh erkannt. Mit Projekten wie in Aplerbeck zeigen wir, wie bestehende Gebäude sinnvoll und klimafreundlich weiterentwickelt werden können. Genau diesen Weg wollen wir weitergehen. Eine zügige Umsetzung des Bauturbos kann helfen, Bauprojekte effizient voranzubringen. Gleichzeitig bleibt eine gezielte Förderung notwendig, um flächendeckend bezahlbaren Wohnraum realisieren zu können,“ sagt Samuel Šerifi, Sprecher der Geschäftsführung von DOGEWO21.
Bund und Länder haben in den vergangenen Jahren wichtige Weichen gestellt, um Dachaufstockungen zu erleichtern. Mit dem sogenannten Bauturbo können Kommunen flexibler von bestehenden Bebauungsplänen abweichen. Zudem ermöglicht eine dauerhafte Änderung des Baugesetzbuches, Nachverdichtungen und Aufstockungen für ganze Straßenzüge gebündelt zu genehmigen.
„Gerade kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen können hier schnell ins Handeln kommen“, so Poschmann. „Wenn wir Genehmigungen beschleunigen, Fördermittel klug einsetzen und kommunale Gesellschaften einbinden, können wir spürbar Entlastung auf dem Wohnungsmarkt schaffen.“
Foto: DOGEWO21/Stephan Schütze

